Rotbunte Husumer Schweine in Eidenborn

Land- und Forstwirtschaft Brück : Stolz auf die „adligen“ Husumer Schweine

Steve Brück und Caroline Fuchs betreiben Landwirtschaft im Nebenerwerb. Stars auf ihrem Hof sind Schweine.

Edda, Elsbeth und Bella zeigen sich von unserem Besuch nicht beeindruckt. Sie wühlen im dicken Stroh, grunzen und wühlen weiter. Doch als Steve Brück ihnen ein paar Äpfel zuwirft, werden sie extrem munter. Fallobst aus dem Garten, das lieben sie. Steve Brück und Caroline Fuchs bewirtschaften in Eidenborn einen Bauerhof im Nebenerwerb. 200 Legehennen laufen dort frei herum. Ihre Produkte sowie Milch und Wurstwaren vermarkten die junge Leute im Eidenborner Milchhäuschen, das an der Durchfahrtstraße des Ortes in der Nähe des Hofes steht. Dort kann rund um die Uhr frisch und regional eingekauft werden.

Neu hinzugekommen auf dem Hof sind die Rotbunten Husumer Schweine. Die Rasse galt lange Zeit als ausgestorben. Heute gibt es laut Roter Liste gefährdeter Nutztierrassen wieder 33 Eber und 61 Sauen (Stand 2017) in Deutschland. Mittlerweile gibt es wieder einige Züchter in Deutschland, vorwiegend in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Die „Husumer von der Host“ sind die einzigen Herdbuchtiere dieser Rasse im Saarland. Den „adligen Namen“ haben sie von der Straße, in der der Hof steht. Sie heißt „Auf der Host“.

Auf dem Hof in Eidenborn leben acht Rotbunte Husumer Schweine, davon zwei Sauen und ein Eber in der Herdbuchzucht. Dadurch ist eine reinrassige Abstammung gesichert. Eber Gimli haben sie aus Bremen abgeholt, Edda und Elsbeth kommen aus Osnabrück.

„Da steckt viel Herzblut drin“, merkt Steve an. Der 28-Jährige ist Industriemechaniker und seine Lebensgefährtin Caroline, ebenfalls 28 Jahre, hat Agrarwissenschaft studiert und arbeitet im öffentlichen Dienst. Das mit dem Herzblut merkt man sofort. Nicht nur, dass alle Tiere einen Namen haben und auch darauf hören. Immer wieder gibt es Streicheleinheiten und ein Leckerli. Die Tiere werden in einem offenen Stall gehalten, auch im Winter, haben viel Auslauf und vor allem keine Langeweile.

In dem dicken Stroh, in das Brück manchmal auch ein paar Äpfel mit einstreut, können sie den ganzen Tag wühlen und sich beschäftigen. Daher müssen das Ringelschwänzchen oder die Ohren auch nicht kupiert werden. Eine möglichst artgerechte und stressfreie Haltung der Husumer ist oberstes Gebot. Die Tiere bekommen kein Mastfutter, nur geschrotete Erbsen, Kartoffeln, Gemüse und Fallobst.

Geschlachtet werden sie bei einem Metzger, nur wenige Kilometer vom Hof entfernt. Das Fleisch diese Rasse zeichnet sich durch einen höheren intramuskulären Fettgehalt aus. Es hat einen intensiven Geschmack, sieht fast wie Rindfleisch aus. „Die saftigsten Stücke sind die Schulter, der Schinken und der Rücken“, erklärt Brück. Die Produkte verkauft er übers Internet oder durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Er steht erst am Anfang mit seiner Zucht, da kann er nur ein bestimmtes Kontingent an Fleisch anbieten. Ein benachbarter Gastronom hat sein Fleisch bereits auf der Speisekarte stehen.

Steve Brück und Caroline Fuchs bewirtschaften 50 Hektar Grün- und Ackerland. Die Zucht der Rotbunten Husumer ist erst der Anfang. Mit weiteren regionalen Anbietern wollen sie auch Öle, Honig und Nudeln anbieten.

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