Riesenstimmung am Sonntag beim Zeltfestival in Lebach

Zeltfestival Lebach : „Wir kommen gerne wieder nach Lebach“

Kerstin Ott, Patrick Lindner, Maite Kelly. Das Abendprogramm im Zeltfestival am Sonntag ließ das abgesagte Pferderennen vergessen.

Was war das für eine Stimmung! Kerstin Ott hat es am Sonntag Abend beim Zeltfestival in Lebach geschafft, die Fans und Zuhörer von null auf Hundert zu bringen, und das in noch nicht mal einer Minute.

Nachdem die Leute beim Einass ins Zelt zunächst Schlange stehen mussten, was sie aber geduldig taten. und von der Security gecheckt wurden, ging es pünktlich auf die Sekunde, kann man sagen, mit Kerstin Ott los. Und scheinbar war sie selbst von den Lebachern überrascht: „Ihr geht ja ab wie Schmidts Katze“, nach ihrem ersten Titel „Regenbogenfarben“. Und wenn sie auch unscheinbar wirkt, begeistert sie – vielleicht auch gerade deswegen – die Massen. Vor jedem Song ging sie kurz auf den Inhalt des nächsten Songs ein, was sie dazu bewegt hat, den Text zu schreiben. Die Lebacher nahmen es mit Freude auf und klatschten, als sie erklärte: „Jeder soll so sein, wie er ist“.

Im Hintergrund liefen auf zwei Bildschirmen entweder Bilder von ihr oder auch bunte Farben, die das Zelt in eine tolle Atmosphäre tauchten. Apropos Atmosphäre: Die war genial, die Lebacher machten mit, sangen mit, tanzten, alle waren gut gelaunt und fröhlich. Kerstin Ott schien es zu gefallen und trank zwischendurch etwas Sprudel aus der Flasche: „Prost Ihr Lieben.“ Früher habe sie Wodka getrunken, weil sie so aufgeregt war. Das sei aber zu Beginn ihrer Karriere gewesen, „danach war ich aber so betrunken, dass ich seither natürlich auf den Wodka verzichte“. Die Lacher hatte sie auf ihrer Seite. „Ihr seid der Knaller“ gab sie zu, als die Fans eine Zugabe forderten und sie nicht so ohne Weiteres von der Bühne gehen ließen.

Das tat sie denn auch, denn die Zeit ging viel zu schnell vorbei. Nach einer Dreiviertelstunde hieß es noch einmal „Regenbogenfarben“, die Lebacher sangen textsicher mit. Ach ja, und zwischendurch verließ sie sogar die Bühne und mischte sich unter die Menge. „Das gibt es nur in Lebach, ich kann euch in die Augen schauen“.

Patrick Lindner, der eine halbe Stunde später auf die Bühne kam, glaubte wohl, dass er die Stimmung im Zelt von vorher nicht mehr toppen könnte. Aber weit gefehlt. Trotz einiger Lücken im Zelt war er „froh, im Saarland zu sein.“ Mit „Dann kamst Du“ und „Achterbahn“ hatte er das Publikum – überwiegend mittleren Alters – auf Touren gebracht. Und selbst einige Textunsicherheiten bei Songs seines Freundes Udo Jürgens wurden ihm verziehen. Man muss kein Lindner-Fan sein, aber seine natürliche Art gefiel und seine gute Laune steckte an.

Schlag auf Schlag ging es weiter. Maite Kelly tauchte nach zehn Minuten Pause im schwarzen Kostüm auf. Fast aus dem Nichts hörte man ihre Stimme. Es mag ein paar Minuten gedauert haben, bis sie auch die hintersten Stehränge überzeugt hatte, aber Maite Kelly wäre nicht Maite Kelly, wenn ihr das nicht gelingen würde. Und als auch noch zwei Tänzer an ihrer Seite auftauchten, waren die weiblichen Fans vollkommen verzückt. Sie ist eben ein Star, der weiß, was sie will, das merkte man an ihren Bewegungen, auch wenn man die Kommentare ans Publikum gerichtet, nicht so gut verstand.

Gut hat man allerdings verstanden, als sie sagte: „Ich habe noch nie in einem Zelt gesungen, das dann noch auf einem Feld steht.“ Das haben aber weder die Sänger noch die Zuschauer wirklich bemerkt, denn die Organisation war perfekt und es fehlte an nichts. So lautet denn auch der Kommentar aller Sänger: „Wir komme gerne wieder nach Lebach.“

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