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Reliquie der hl. Bernadette
Im Kerzenschein ging’s zum Reliquienschrein

Die Reliquie der Heiligen Bernadette war einen Tag lang in Lebach in einem Schrein ausgestellt.
Die Reliquie der Heiligen Bernadette war einen Tag lang in Lebach in einem Schrein ausgestellt. FOTO: Hoffmann
Lebach. In Lebach nahmen zahlreiche Gläubige an einer Lichterprozession zu Ehren der Heiligen Bernadette teil. Von Monika Kühn

Es waren zwar keine 20 000 Menschen, die wie in Lourdes täglich an der Lichterprozession teilnehmen, aber um die 1000 machten sich zum Abschluss des Pilgertages auf den Weg von der Lebacher Pfarrkirche, am Hallenbad vorbei durch die City wieder zum Gotteshaus zurück. Der Reliquienschrein der Heiligen Bernadette war einen Tag lang im Altarraum der Pfarrkirche ausgestellt. Der Malteser Hilfsdienst hatte ihn tags zuvor von Marpingen nach Lebach gebracht. Letzte Station der Tour durch insgesamt 16 deutsche Bistümer ist am kommenden Samstag der Dom zu Trier.


„Wir sind sehr zufrieden mit dem Besuch und dem Ablauf des Pilgertages“, freute sich Pastor Hermann Zangerle. „Ich glaube, die Leute gehen nach solch einem Tag gestärkt wieder nach Hause.“ Allein bei der Laudes, dem Morgenlob der Kirche, waren schon gut 100 Gläubige in der Kirche. Den ganzen Tag über nutzten viele die Gelegenheit, vor dem Schrein zu beten und die Reliquie zu verehren.

Als 14-jährigen Mädchen soll Bernadette Soubirous (1844 bis 1879) die Gottesmutter 18 Mal in dem heutigen Wallfahrtsort Lourdes erschienen sein. Nach Berichten des Mädchens wies die als „weiße Dame“ und als „Unbefleckte Empfängnis“ auftretende Gottesmutter sie an, Wasser aus der Quelle zu trinken, Buße zu tun und „den Priestern zu sagen, hier eine Kapelle zu bauen, und dass man in Prozessionen kommen solle“. 1862 wurden die Erscheinungen vom Ortsbischof, 1891 vom Papst Leo XIII. anerkannt. Lourdes wurde zu einem der berühmtesten Wallfahrtsorte der Welt. Jahr für Jahr reisen mehrere Millionen Pilger dorthin.



Nicht nur Gläubige aus Lebach besuchten die einzelnen Veranstaltungen, aus der ganzen Umgebung waren Beter gekommen. Die Pfarreiengemeinschaft Saarwellingen hatte sogar einen Bus geordert. Im Pfarrzentrum wurde zwei Mal ein Film über das Leben der Bernadette Soubirous gezeigt. Der Angelus wurde um 12 Uhr gebetet. Pfarrer i. R. Michael Schaefer lud zu „Unterwegs mit Bernadette“ ein, eine Meditation in Wort und Musik. Der Krankensegen wurde erteilt, das Allerheiligste ausgesetzt. Die Festpredigt im Pilgerhochamt hielt Krankenhausseelsorger Ralf Hiebert. Krönender Abschluss war die Lichterprozession mit der Pilgermadonna durch die City. Unterwegs wurde gebetet und gesungen, ein Bläser-Quartett begleitete musikalisch die Prozession, die Menschen hatten Kerzen dabei.

Die Polizei sorgte für die notwendigen Absperrungen, das blaue Licht der Scheinwerfer harmonierte bestens mit den blauen Kerzenhaltern. Die katholische Frauengemeinschaft Lebach bot den ganzen Tag über Kaffee und Kuchen an.

Am Mittwoch kamen viele Gläubige zur Lichterprozession nach Lebach. Mit der Pilgermadonna pilgerten sie durch die Lebacher City.
Am Mittwoch kamen viele Gläubige zur Lichterprozession nach Lebach. Mit der Pilgermadonna pilgerten sie durch die Lebacher City. FOTO: Thiel Achim / Achim Thiel