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Insektenwiese: Reichhaltige Gabentische für die Vögel

Insektenwiese : Reichhaltige Gabentische für die Vögel

Zum Schutz heimischer Vögel gehört es, genügend Nahrung vorzuhalten. Den Jägern im Landkreis Saarlouis gelingt das durch Anlegen von Insektenwiesen.

Wanderer und Spaziergänger haben sicherlich schon die  Felder mit bunten Blumen und Kräutern entdeckt. Gründünung denken die meisten. Nein, diese Felder  werden eigens für den Vogelnachwuchs  angelegt, erklärt Berufsjäger  René Wiese aus Wadgassen. Für die Vögel werde es immer schwieriger, die Küken in den ersten Wochen  mit eiweißhaltiger Nahrung zu versorgen. „Es fehlen Insekten.“ Die Kreisgruppe Saarlouis der Jäger des Saarlandes hat sich dieser Problematik angenommen. In Eidenborn zum Beispiel  hat Kreisjägermeister Jürgen Schmitt  Saatgut  für 15 Hektar Insektenwiese gekauft.  Die 4500 Euro dafür hat er aus eigener Tasche bezahlt. Landwirt Erwin Schuster hat  seine Felder zur Verfügung gestellt und diese auch eingesät.  Erste Erfolge  sind bereits sichtbar. Auf den Feldern brummt, kreucht und fleucht es.

Wiese berät die Revierpächter beim Anlegen solcher Insektenwiesen. Sie werden nach einem bestimmten Plan angelegt, es gibt unterschiedliche Höhen, abgestufte Zonen. Die Insekten sollen dort ideale Bedingungen vorfinden. Erdameisen zum Beispiel  sind bestens als Nahrung für die Küken geeignet.

In den Feldern gibt es auch größere braune Flecken. „Das sind Lärchenfenster.“ Die sind bewusst  angelegt worden. Morgens  müssen die Vögel ihr Gefieder trocknen. Dazu bewegen sie solange ihre Flügel, bis auch das letzte Wassertröpfchen weg ist. Das können sie aber nicht im feuchten Gras machen. Wiese erklärt weiter, dass früher  es viele Sandwege zu den einzelnen Feldern gegeben habe. Die sind im Laufe der Zeit durch die großen zusammen liegenden Flächen  alle weggekommen.  

In Berus, Gisingen, Kerlingen, Wadgassen, Eidenborn, Landsweiler  und Gresaubach haben Revierpächter ebenfalls solche Insektenwiesen angelegt. Ziel ist, diese Wiesen  flächendeckend anzulegen. Es sei aber schwierig,  an Flächen zu kommen. Innerhalb der Wohnbebauung können solche Wiesen nicht angelegt werden. Dort streunen zu viele Katzen herum. Und vor diesen  ist die Vogelbrut nicht sicher.