Polizeiinspektion Lebach stellt Kriminalitätsstatistik für 2018 vor

Kriminalstatistik : Gauner lässt Champagner und Kaviar an die Packstation liefern

Die Polizeiinspektion Lebach hat ihre Kriminalstatistik vorgestellt. Darunter auch drei spektakuläre Fälle in Lebach und Schmelz.

Die Stadt Lebach liegt auch 2018 in der Rangfolge der Städte und Gemeinden beim Kriminalitätsrisiko auf Platz zwei. Behält also den Platz hinter der Landeshauptstadt Saarbrücken wie auch im Jahr 2017. Allerdings müsse man berücksichtigen, erläutert Martin Pohl, Leiter des Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Lebach, dass die Stadt Lebach ohne die unerlaubten Einreisen in der Gefährdungstabelle auf Rang zehn liegen würde. Die Gemeinde Schmelz liegt in der Liste der 52 Kommunen des Saarlandes auf Platz 18, im Jahr 2017 lag Schmelz wesentlich weiter hinten auf Platz 33. Dagegen hat sich Saarwellingen verbessert. 2017 lag Saarwellingen noch auf Platz 38, im vergangenen Jahr landen sie in der Statistik auf Platz 43.

Die Entwicklung der registrierten Kriminalität ist nicht allein auf Anstieg oder Rückgang zurückzuführen, sondern unterliegt dem Anzeigenverhalten der Bevölkerung, der polizeilichen Kontrollintensität, den Verfahren der statistischen Erfassung, der Änderung des Strafrechts und der tatsächlichen Kriminalitätsveränderung.

2018 gab es drei herausragende Ereignisse, die die PI Lebach beschäftigt haben. Zwei Fälle aus Schmelz, bei denen die Polizei viel Zeit geopfert hat, weil es nicht bei einem Besuch blieb. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem ein 57-Jähriger aus Schmelz wegen Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung und Sachbeschädigung (zum Großteil im Rahmen von Nachbarschaftsstreitigkeiten) angeklagt ist. Er sitzt zurzeit in Haft und ist bereits zu sieben Monaten Freiheitsentzug verurteilt worden. Weitere Gerichtsverhandlungen stehen noch aus, heißt es von Seiten der Polizei.

Ein weiterer Fall aus Schmelz beschäftigte die Beamten 2018 in mehreren Einzelverfahren. Ein 32-jähriger Mann hatte mittels falscher Personalien und mittels illegal beschaffter Zahlungsmittel (Kreditkarten und Paypal-Account) Luxusartikel bestellt und an eine Packstation in Schmelz liefern lassen. Champagner, Kaviar und Elektrogeräte im Wert von zirka 5000 Euro wurden immer wieder bestellt. Der Beschuldigte konnte nach mehrfacher Observation (unter anderem mit Kamera an der Packstation) identifiziert werden.

Auch in Lebach ging es um Betrug, bei dem ein 57-jähriger Lebacher seit 2017 Waren auf Kosten und Namen Unbeteiligter bestellt hatte. Mehr als 75 Fälle hat die PI Lebach in diesem Verfahren bearbeitet, das in Kürze zur Anklage gebracht wird.

Die Zahl der registrierten Straftaten insgesamt im Bereich der PI Lebach liegt bei 3299. 2017 waren dies noch 3405, das bedeutet einen Rückgang von 3,21 Prozent. In Lebach wurden 2102 Straftaten registriert (davon sind 846 illegale Einreise), in Schmelz 787 und in Saarwellingen 410. Die Aufklärungsquote liegt bei 73,53 Prozent.

Neben den Delikten wie Diebstahl, Einbruch, Drogen, Vermögens- und Fälschungsdelikte werden die Fälle von häuslicher Gewalt erfasst. Hier fällt auf, dass in allen drei Gebieten, Lebach, Schmelz und Saarwellingen, die Zahlen zurückgegangen beziehungsweise gleich geblieben sind: in Lebach waren es 2016 noch 69 Fälle, 2017 und 2018 sind hier nur noch 53 Anzeigen eingegangen. Nach einem Anstieg in Schmelz (2016 31 auf 40 in 2017) liegen hier nur noch 26 Fälle 2018 vor. Besonders auffällig ist es in Saarwellingen: Hier ging die Zahl von 40 (2016) auf 18 im Jahr 2017 zurück. 2018 waren es nur noch zwölf Vorkommnisse. Dies könne damit zusammenhängen, erklärt Pohl, dass entweder die Familie weggezogen sei oder das Paar sich getrennt habe.

Mehr von Saarbrücker Zeitung