Planetenweg dank Geschwister-Scholl-Gymnasium Lebach und Dillinger

Planetenweg : Etwas Bleibendes zu schaffen ist Preis genug

Am Geschwister-Scholl- Gymnasium Lebach haben drei Schülerinnen einen Planetenweg entwickelt. Bei der Umsetzung hat Dillinger geholfen.

Jetzt gibt es vor dem Geschwister-Scholl-Gymnasium Lebach einen Planetenweg. Entwickelt wurde er von drei Schülerinnen als Projekt für „Jugend forscht“ und den Schülerforschungspreis von Dillinger. Einen Preis haben die Drei zwar nicht gewonnen, aber für ihre Schule etwas Bleibendes geschaffen.

„Es wäre total schön, einen Planetenweg an unserer Schule zu haben“, dachte sich Margit Becker-Peters, die Oberstufen-Leiterin des Lebacher Gymnasiums vor einigen Jahren. Dabei diente der Planetenweg, den das Gymnasium Birkenfeld am Stausee Nonnweiler geschaffen hatte, als Vorbild. Ihre Schülerinnen Sarah Cullmann, Miriam Ranem und Michelle Wagner waren sofort begeistert, waren sie doch ohnehin auf der Suche nach einem Projekt im Fach „Geo- und Raumwissenschaften“ für den Wettbewerb „Jugend forscht“.

Im Schuljahr 2017/18 ging es los mit ersten Ideen und Projektskizzen. Wo soll der Weg denn entstehen, aus welchem Material sollen die Stelen hergestellt werden, wie sollen die Planeten gestaltet werden? Schnell war das Ziel klar, Größe und Abstand der Planeten zueinander in einem Maßstab abzubilden. Auch über den Standort war man sich rasch einig: Der Hauptweg in die Schule direkt vor dem Gebäude sollte es sein.

Schulleiterin Heidemarie Schwindling und Projekt-Betreuerin Becker-Peters suchten den Kontakt zu Dillinger, seit Jahren Kooperationspartner der Lebacher Schule. Im Gespräch mit Werkstattleiter Sascha Jung wurde beraten, was sich umsetzen lässt. Das Material, der Preis und die Sicherheit spielten dabei eine Rolle. „Unsere ersten Entwürfe konnten deshalb nicht genommen werden“, berichtet Michelle Wagner, die Stelen seien zu spitz und damit zu gefährlich gewesen.

Im Schuljahr 2018/19 ging es dann endlich an die Umsetzung der Projektplanung. Die Skizzen der Schülerinnen wurden im Dillinger Werk mittels CAD verfeinert. Zwei freie Tage verbrachte das Mädels-Trio in Arbeitskleidung bei Dillinger. „Wir haben viel über CAD-Programmierung gelernt“, erzählt Michelle weiter. Die fünf Zeilen Text der Info-Tafeln hätten 15 000 Zeichen im Programmier-Code ausgelöst, war Wagner ganz erstaunt.

Dann wurden die Stelen maschinell gefräst und die dreidimensionalen Planeten-Halbkugeln hergestellt. „Sehr spannend“ sei dabei das Ausbrennen der Buchstaben für die Namen der acht Planeten gewesen. Beim Feinschliff der Stelen durften die drei Schülerinnen sich noch handwerklich betätigen und die Schweißnasen abfeilen. Und auch beim Aufstellen der Stelen vor der Schule im Januar 2019 legten die Mädchen mit Hand an.

Die schweren Stelen wurden an die zuvor mit Sprühfarbe markierten Standorte getragen, dort in Pflanzringe gesetzt und mit Erde verfüllt. Dann wurden die Planetenkugeln und Info-Tafeln befestigt. „Es war sehr schön, zu sehen, dass aus unserer Idee was Dauerhaftes entsteht“, ist Michelle Wagner noch heute stolz.

Bei „Jugend forscht“ haben sie immerhin einen dritten Platz erreicht, beim Preis von Dillinger sind sie leer ausgegangen. Aber Michelle Wagner, Sarah Cullmann und Miriam Ranem sind keineswegs enttäuscht, sondern stolz auf das Geleistete. „Ihre beeindruckende Arbeit geht weit über das übliche Maß schulischer Ausbildung hinaus“, lobt auch Heidemarie Schwindling. Das „ästhetisch sehr anspruchsvolle Werk“ sei eine Aufwertung für die Lebacher Schule. Immer wieder blieben Betrachter stehen, es gebe weder Graffiti noch Vandalismus.

Michelle Wagner hat ebenso wie die beiden anderen im Sommer ihr Abitur gemacht, fängt im Oktober in Saarbrücken ein Lehramtsstudium für Mathematik und Physik an. „Du bist jetzt nicht mehr an der Schule“, hat ihr jüngerer Bruder Nevio kürzlich zu ihr gesagt, „aber euer Planetenweg steht immer noch.“

Mehr von Saarbrücker Zeitung