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Massen strömen nach Lebach zum Pferderennen
Wenn der Torf zwischen den Zähnen knirscht

Pferderennen Grüne Woche Lebach: HIer das Rennen „Preis der Kreissparkasse Saarlouis“.  Siegerin wurde Stefanie Koyuncu auf Romantic Soldier.
Pferderennen Grüne Woche Lebach: HIer das Rennen „Preis der Kreissparkasse Saarlouis“. Siegerin wurde Stefanie Koyuncu auf Romantic Soldier. FOTO: Thomas Seeber
Lebach. Das Lebacher Pferderennen hat auch bei seiner 65. Auflage nichts an Reiz verloren. Das bewiesen die Zuschauer am Sonntag auf dem Hofgut La Motte. Von Astrid Dörr

Der Wettergott muss ein Lebacher sein. Und er bekam gestern sogar Unterstützung von Pfarrer Hermann Zangerle aus Lebach, der möglicherweise in den Fürbitten Einfluss aufs Wetter nahm, wie Renn-Kommentator Jürgen Burk annahm.


Dabei hatte die lang anhaltende Trockenperiode des Sommers schon im Vorfeld den Organisatoren Probleme bereitet. Warum? „Es hat viel zu wenig geregnet“, bedauert Toni Bartz, der für das Lebacher Pferderennen mitverantwortlich zeichnet. „Obwohl die Rennbahn am Hofgut La Motte in den letzten Jahren nach und nach verbessert und dieses Jahr der Boden von einer Fachfirma aufgelockert und Sand und Mutterboden eingebracht wurde, ist der Boden hart.“ Bartz: „Der Regen fehlt, und sollte es im nächsten Jahr wetter technisch wieder so sein, müssen wir uns was anderes überlegen.“

Aber man kann nicht alles haben. Die Besucher strömten in Massen, wo sonst gibt es bei freiem Eintritt acht Rennen (drei Trab- und fünf Galopprennen) zu sehen?



Mit Kind und Hund, Fahrrad und Klappstühlen (einige mit Regenschirm, der als Sonnenschirm genutzt wurde) strömten die Besucher bereits lange vor dem Hauptrennen, dem 65. Grünen Band der Saar, auf die Rennbahn. An den Ess- und Getränkeständen kamen die Helfer ganz schön ins Schwitzen. Hunger und Durst waren bei den Zuschauern groß. Wetten war wieder hoch im Kurs. Die Spannung vor den einzelnen Rennen konnte man förmlich spüren und die Frage: „Auf welches Pferd hast Du gesetzt, Papa?“, wurde denn auch mit: „Auf das Richtige!“ beantwortet. Der ein oder andere ärgerte sich mal kurz, wenn sein Favorit trotz guter Chancen am Ende doch nicht die Erwartungen erfüllte. Der Einsatz war dann futsch, dafür hatte man aber tollen Pferderennsport gesehen.

Und nicht nur den. Auch viele Bekannte traf man hier zum Plausch, das gehört eben einfach dazu, wenn man den Renntag besucht. Und so ist der zweite Sonntag im September jedes Jahr gesetzt. Ein Muss im jährlichen Terminkalender.

So darf man denn auch hoffen, dass es im nächsten Jahr eine Fortführung der traditionellen Veranstaltung geben wird. Glaubt man dem Verantwortlichen, Toni Bartz, der von der Stadtverwaltung Lebach beauftragt wurde, ein neues Konzept zu erarbeiten, wird es nächstes Jahr wieder ein Pferderennen geben. Möglicherweise werde daraus eine Veranstaltung über zwei, drei Tage gemacht, wagt Bartz einen Blick in die Zukunft. „Wir haben den Rahmen, warum sollte man das nicht nutzen?“ Bürgermeister Klauspeter Brill freute sich über die Resonanz: „Die Zuschauer zeigen, dass sie in Lebach ein Pferderennen haben wollen.“

Was die Zuschauer allerdings nicht unbedingt haben wollten: Torf zwischen den Zähnen. Der ließ sich aber nicht vermeiden. Die Bahn war hart, gut für die Pferde, aber auch sehr trocken, dadurch staubig. Wer in der ersten Reihe stand, bekam schon mal eine Staubwelle von den vorbeireitenden Pferden ab, dafür war man aber nah am Geschehen. Bahn-Moderator Karl-Heinz Raubuch witzelte denn auch: „Nehmen Sie sich etwas Sand mit nach Hause, liebe Zuschauer. Torf zwischen den Zähnen macht nichts.“