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Lebach
Falschparker erschweren oft die Arbeit

Bei einem Einsatz von Feuerwehr oder Rettungswagen geht es um Minuten. Die Durchfahrt der überbreiten Fahrzeuge sollte immer gewährleistet sein.
Bei einem Einsatz von Feuerwehr oder Rettungswagen geht es um Minuten. Die Durchfahrt der überbreiten Fahrzeuge sollte immer gewährleistet sein. FOTO: Umhofer
Lebach. Vor allem Müllfahrzeuge sind betroffen. Fatale Folgen kann es haben, wenn es Rettungswagen trifft. red

Es ist ziemlich ärgerlich, wenn Müllfahrzeuge eine enge Straße bei der Abfuhr der Tonnen blockieren und man als Autofahrer warten muss, bis die Müllwerker die Abfallbehälter geleert haben. Vor allem, wenn man es eilig hat. Die Männer und Frauen der Müllabfuhr stehen unter Zeitdruck und werden daher so schnell wie möglich versuchen, die Tonne ans Müllfahrzeug zu ziehen, zu leeren und wieder am Grundstücksrand abzustellen.


Um einiges zeitaufwendiger wird die Arbeit der Müllwerker bei Behinderungen durch parkende Autos. Nicht nur, dass die Müllwerker die Tonnen im Zickzack oder Slalom um die Autos herumfahren müssen, mancherorts können die Tonnen gar nicht geleert werden, weil das Müllfahrzeug die Häuser nicht anfahren kann. Enge Straßen, mehr und immer größere Autos, zugeparkte Gehwege – dort, wo ein normaler Pkw noch einigermaßen problemlos durchkommt, ist für einen üblicherweise 2,25 bis 2,55 Meter breiten Müllwagen Schluss.

Dies stellt die Arbeiter täglich vor große Herausforderungen. Die eng gestrickten Tourenpläne der Müllabfuhr kommen dadurch ins Schleudern. Wenn die Müllmänner an Haustüren klingeln müssen, um die Anwohner zu bitten, das Auto wegzufahren, stoßen sie zusätzlich auf wenig Verständnis und müssen sich nicht selten Beschimpfungen anhören. Dabei wollen die Müllwerker nur ihren Job machen und den Müll der Bewohner entsorgen. Ist der Fahrzeugbesitzer nicht zu ermitteln, muss am nächsten Tag noch einmal eine Extra-Tour gefahren werden – ein Mehrkostenaufwand, der sich irgendwann auch in den Entsorgungskosten niederschlägt.



In vielen Straßen haben städtische Mitarbeiter bereits das persönliche Gespräch mit den Anwohnern gesucht. Diese zeigten sich mehrheitlich einsichtig und waren sich gar nicht bewusst, wie groß und breit ein Müllfahrzeug ist. Doch solches Verständnis herrscht nicht überall. Selbst absolute Parkverbote werden missachtet, falsch zu parken gilt als „Kavaliersdelikt“. Um den Behinderungen durch Falschparker Herr zu werden, sind im ganzen Stadtgebiet Hilfspolizisten unterwegs. Im ersten Schritt weisen sie den Falschparker mit einem Hinweiszettel auf die Situation hin – ein sanfter Appell an die Einsicht der Autofahrer. Im zweiten Schritt muss man aber dann auch mit einem Knöllchen und einem Verwarngeld rechnen. Sämtliche Müllfahrzeuge sind mittlerweile mit dienstlichen Smartphones ausgestattet. Die Arbeiter können Fotos von falsch parkenden oder blockierenden Autos machen und diese bei wiederholtem Vergehen an das Ordnungsamt weitergeben.

Der Lebacher Bürgermeister Klauspeter Brill appelliert an die Bürger: „In engen Straßen im Stadtgebiet werden teilweise schon kleinere Müllfahrzeuge eingesetzt, die dann aber auch öfter zur Müllverbrennungsanlage fahren müssen, weil sie nur eine geringere Kapazität haben. Aber nicht nur die Müllabfuhr wird durch parkende Autos behindert und kann die Abfallgefäße eventuell nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen leeren. Wesentlich dramatischer ist es, wenn ein Feuerwehrfahrzeug oder ein Rettungswagen die Straße nicht passieren kann, weil parkende Autos die Durchfahrt unmöglich machen. Denn bei einem Rettungseinsatz können ein paar Minuten entscheidend sein.“