| 20:15 Uhr

Rivinius Konzert
Benedikt Rivinius begeisterte die Zuhörer

Das Orchestre Symphonique SaarLorraine unter der Leitung von Götz Hartmann spielte Stücke von Beethoven und Rachmaninoff. Die Besucher hatten Gelegenheit, Benedikt Rivinius, den Bundessieger von „Jugend musiziert“ 2017, am Klavier zu erleben.
Das Orchestre Symphonique SaarLorraine unter der Leitung von Götz Hartmann spielte Stücke von Beethoven und Rachmaninoff. Die Besucher hatten Gelegenheit, Benedikt Rivinius, den Bundessieger von „Jugend musiziert“ 2017, am Klavier zu erleben. FOTO: Thiel Achim / Achim Thiel
Lebach . Der junge Pianist, gerade einmal 17 Jahre alt, verzauberte das Publikum mit seinem eindrucksvollen Spiel. Von Jutta Stamm

Der Star des Abends ist ohne Frage Benedikt Rivinius. Der 17-jährige Schüler, der schon früh seine Leidenschaft zum Klavier entdeckte, stammt aus der bekannten saarländischen Musikerfamilie Rivinius. 2017 gewinnt er beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ den 1. Preis auf Bundesebene und spielt sein erstes Recital zusammen mit seinem Vater, dem Cellisten Gustav Rivinius, im Schloss Heiligenberg in Seeheim-Jugenheim. Das Orchestre Symphonique SaarLorraine unter Leitung von Götz Hartmann, dem rund 50 Amateur-Musiker verschiedener Alters-, Berufsgruppen und Nationalitäten angehören, bietet immer wieder jüngeren Musikerinnen und Musikern die Gelegenheit, praktische Erfahrungen im Zusammenspiel mit einem Orchester zu sammeln und damit, öffentlich aufzutreten.


Natürlich ist er kein Sviatoslav Richter. Doch trotz seines jugendlichen Alters beeindruckt Benedikt Rivinius. Klar, hell, durchsichtig und von flüssiger Virtuosität ist sein Spiel.

Ohne sichtbare Anstrengung versteht er es, die Balance zwischen Power und Pochendem, Nostalgischem und Nervösem, Effekt und Elegischem sowie zwischen großer und gesanglicher Geste dieses Zweiten Klavierkonzerts von Rachmaninoff zu finden. Die „Rach 2“, wie es genannt wird, ist ein romantisches Werk in drei Sätzen, dessen Dynamikumfang von geflüsterten Pianotönen bis zum harschen Orchestertutti reicht und das hohe Ansprüche an die Virtuosität eines Pianisten stellt. Rivinius geht es rhythmisch exakt und einfühlsam an, spielt es weder kopflastig, noch rührselig.



Nachdem die berühmten einleitenden Akkorde verklungen sind, beginnt Rivinius mit dem Aufbau der farbigen Klangkaskaden, die das Orchesterthema begleiten.

Mit glasklarer Tongebung meistert er technisch äußerst schwierige Passagen. Überzeugend gelingt ihm auch die träumerisch-verhangene Atmosphäre im zweiten Satz (Adagio sostenuto), ohne auf leidenschaftliche Ausbrüche zu verzichten. Ohne nüchtern zu wirken, hält er Distanz zu jeder Sentimentalität. Und sein Spiel wird eindrücklich von den warmen und kräftigeren Farben des Orchestre Symphonique SaarLorraine begleitet. Erstaunlicherweise treten die Musiker jetzt homogen und wachsam auf, was in der Achten von Beethoven, die den Konzertabend eröffnete, leider nicht der Fall war.

Sie fungieren nicht als Passepartout, sondern treten als Dialogpartner auf. Sowohl das Orchester als auch der Pianist verstehen es, die verschiedenen Ebenen der einzelnen Sätze plastisch voneinander abzuheben. So behauptet sich auch der dritte Satz, das Allegro Scherzando, das mit kontrapunktischen Passagen und Synkopen gespickt ist. Geradezu spielerisch scheinen die präzisen Streicher und die pointierten Solobläser das Klavier immer wieder herauszufordern. Mit stählernem Ton „hämmert“ Rivinius die letzten Steigerungswellen raus. Bravo!

Benedikt Rivinius bedankte sich für den anhaltend lauten Applaus mit der Ballade op. 10 von Johannes Brahms.