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Nikolaus Jung-Stadthalle in Lebach

Stadthalle Lebach : Würdigung für einen Verwaltungschef

Die Stadt Lebach hat ihrer Stadthalle den Namen des ehemaligen Bürgermeister Nikolaus Jung gegeben.

Die Lebacher Stadthalle hat einen Namen erhalten. Sie wurde nach dem ehemaligen Bürgermeister Nikolaus Jung benannt. Dieser war bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 28 Jahre lang Chef im Rathaus. In seine Amtszeit fiel auch der Umbau des ehemaligen Pfarrsaals zur Stadthalle. 2013 verstarb Jung. Mit der Namensgebung „Nikolaus Jung-Stadthalle“ sollen seine Arbeit und sein Einsatz für die Kommune gewürdigt werden.

In einer Feierstunde enthüllten seine Witwe Ulrike, sein Sohn Frank, Bürgermeister Klauspeter Brill und Lebachs Ortsvorsteher Thomas Reuter das Namensschild. Auf diesem sind der neue Namen, das Geburts- und Sterbejahr sowie Jungs Zeit als Bürgermeister verewigt.

Zuvor würdigte Ortsvorsteher Reuter das Leben von Nikolaus Jung als Verwaltungschef. Er sprach von Jung als Visionär, gewieften Taktiker und von einem menschlichen und guten Vorgesetzten. Reuter nahm die Besucher mit auf eine Zeitreise, angefangen von 1978 bis zum Ausscheiden 2006.

Nikolaus Jung kam als junger, gerade mal 34-jähriger Jurist aus dem Innenministerium nach Lebach. In Lebach sei man auf ihn gespannt gewesen. „Seine sprichwörtliche Willensstärke stellte der junge Bürgermeister dann schon gleich am ersten Tag im Dienst unter Beweis, in dem er quasi als erste Amtshandlung die langjährige Vorzimmerkraft seines Vorgängers versetzte und eine ganz junge, noch vergleichsweise unerfahrene Mitarbeiterin in sein Vorzimmer berief“, erzählte Reuter und merkte gleichzeitig an: „Diejenigen von Ihnen, die ihn kannten, wird es nicht verwundern, wenn ich Ihnen sage, dass die Intervention des Personalrates fast schon zwangsläufig nicht zum Erfolg führen konnte.“ Zustimmendes Nicken unter der Besuchern.

In seiner Rede ging Reuter auch auf den Krisenmanager Jung ein. Er zählte seinen Einsatz auf, als bei einem Bundeswehreinsatz In Thalexweiler ein Kampfjet abstürzte. Damals überzeugte Jung den Stadtrat, den Geschädigten Rechtsbeistand durch die Stadt zu gewähren. „Diese Praxis sollte Schule machen.“ Weiterhin bezeichnete Reuter Jung als Visionär. In seine Amtszeit fiel die Ansiedlung der Kabelwerke Reinshagen, was zur Erschließung des heutigen Gewerbegebietes führte. Jung trieb die Erschließung von Bauland voran, baute Mehrzweckhallen und machte sich für den Umbau des Pfarrsaals zur Stadthalle stark.

Untrennbar mit seinem Namen und Wirken verbunden sind das Einfahren der Saarbahn und die damit verbundene Umgestaltung des gesamten Ensembles Bahnhof, Bahnhofsumfeld und Bitscher Platz. Die Ausgründung von städtischen Gesellschaften, die Müllverwiegung, sein Einsatz zur Eindämmung der so genannten Zigeunerflut gehören zu weiteren Verdiensten. Nicht zu vergessen, Jungs Einsatz bei der Regulierung von Bergbauschäden.

Bürgermeister Brill konnte zu der Feierstunde zahlreiche Gäste und Weggefährten von Nikolaus Jung begrüßen.