Nach 40 Jahren endlich ein Sieg

Nach 40 Jahren endlich ein Sieg

Spannende Galopp- und Trabrennen sorgten beim Lebacher Pferderennen für Nervenkitzel. Das „64. Grüne Band der Saar“ gewann „Heraclius“ von Besitzertrainer Hans-Jürgen Palz. Für den Beckinger ging so ein lang gehegter Traum in Erfüllung.

Sonntag um 17 Uhr in Lebach: Über der Rennwiese "La Motte" lacht die Sonne. Im Vorjahr war es beim Pferderenntag noch nasskalt. Heute ist es heiß und die Stimmung heiter. Drei spannende Trab- und zwei schnelle Galopprennen durften die rund 3500 Zaungäste schon verfolgen. Die Besucher konnten den Saarbrücker Trabrennfahrer Peter Neisius im Rennen zwei mit "El Amiga" triumphieren und Favoriten wie Außenseiter ihr Bestes geben sehen.

Nun fiebern alle dem Höhepunkt entgegen, dem Rennen um das "64. Grüne Band der Saar": Zuschauer, die Jockeys und die vierbeinigen Hauptdarsteller, die sich nach kurzem Hin und Her in den Startboxen eingefunden haben. Lange können die Reiter das Temperament der kraftstrotzenden Tiere nicht bändigen. Als die Gitter fallen, stürmen die Vollblüter sofort los. Hufe donnern hart über die neu präparierte Bahn, Sand wirbelt auf und hüllt das Publikum in kleine Staubwolken. Geschichte ist die rutschige Rennwiese, die im Vorjahr noch zum Sturz und Tod eines Pferdes führte. "Die Bahn wurde aufwendig saniert und mit viel Sand aufgelockert. Der Boden ist griffig und sicher", sagt Hans Gerd Löw und verfolgt das Renngeschehen. Der Geschäftsführer des Zweckbetriebs zur Förderung des Pferderennsports in Lebach drückt vor allem den Lokalmatadoren die Daumen. Und die mischen bei dem mit 6600 Euro dotierten Ausgleich-III-Rennen über 2300 Meter ganz vorne mit: Im packenden Zielspurt hat der achtjährige Wallach "Heraclius" mit Jockey Rebecca Danz die größten Reserven und siegt mit eineinhalb Längen Vorsprung.

"Ein toller Ritt, genau nach Order. Nach 40 Jahren endlich das Grüne Band gewonnen", jubelt der Beckinger Besitzertrainer und Stammgast Hans-Jürgen Palz. Die Bahn sei in einem optimalen Zustand gewesen, findet Rebecca Danz, die schon im Rennen vier mit dem zehnjährigen Hengst "Gold Prize" gewonnen hatte. Favorit "Noble Fighter" vom Lebacher Besitzertrainer Hans-Peter Rosport verpasste das "Grüne Band" knapp und wurde mit Reiter Carlos Henrique dann Zweiter. Dicht gefolgt von "Christin" aus dem Stall von Matthias Schwinn.

Der Honzrather hatte in Lebach vier Pferde am Start - und eine Reiterin im Dauereinsatz. "Ich bin heute zwei Mal Vierter, ein Mal Fünfter und ein Mal Dritter geworden. Alle Pferde waren auf Geld-Platzierungen und sind gesund geblieben, das ist die Hauptsache", bilanziert Eva Maria Herresthal zufrieden. Der Außenseiter-Sieg von "Heraclius" überrascht die 33 Jahre alte Saarlouiserin übrigens nicht. "Mit ihm habe ich im Juli einen Weltmeisterschaftslauf in Bad Harzburg gewonnen. Ich wusste, was er kann. Es hat mich für die Familie Palz gefreut", verrät Herresthal, die beim saarländischen Galopp-Klassiker auch Siegchancen hatte. "Wir haben lange gut innen gelegen. Aber leider hat sich die Lücke zu spät aufgetan, sonst wäre vielleicht mehr drin gewesen", sagt Herresthal und schmunzelt: "Hauptsache, das Grüne Band bleibt im Saarland."

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