Mutter Gottes erschien einst im Traum

Mutter Gottes erschien einst im Traum

Steinbach. Einen besonderen Platz im Höchster Wald suchte sich vor über 100 Jahren ein Steinbacher Bürger aus, um eine Grotte zu bauen. Erst auf seinem Sterbebett, so sagt es die Chronik, gab der Bergmann Johann Kuhn preis, dass er der Erbauer der Grotte gewesen sei. In einem Traum sei ihm die Mutter Gottes erschienen und hätte ihm offenbart, dass er nur noch zwei Monate zu leben hätte

Steinbach. Einen besonderen Platz im Höchster Wald suchte sich vor über 100 Jahren ein Steinbacher Bürger aus, um eine Grotte zu bauen. Erst auf seinem Sterbebett, so sagt es die Chronik, gab der Bergmann Johann Kuhn preis, dass er der Erbauer der Grotte gewesen sei. In einem Traum sei ihm die Mutter Gottes erschienen und hätte ihm offenbart, dass er nur noch zwei Monate zu leben hätte. Daraufhin habe er versprochen, ein "kleines Andenken" im Höchsten Wald zu errichten, sollte er noch solange leben, bis seine Kinder ihr eigenes Brot verdienen könnten. In der Chronik der Kapelle wird aber immer wieder betont, dass dies nur ein Traum gewesen sei.Herbert Jung ist Mitglied des Kirchengemeinderates Steinbach/Dörsdorf und mit der Geschichte der Wallfahrtsstätte vertraut. Jung erzählt weiter, dass wahrscheinlich Pastor Wüsten die treibende Kraft zum Bau einer späteren Kapelle gewesen sei. 1919 wurde Grundsteinlegung gefeiert, ein Jahr später wurde die Kapelle eingeweiht. Die Kapelle ist neun Meter lang, sechs Meter breit und zehn Meter hoch. Sie hat 40 Sitzplätze. Der Pilgerplatz zu Füßen der Kapelle bietet Sitzgelegenheiten für 400 Besucher.

Wallfahrer aus der nahen und weiten Umgebung kommen regelmäßig zu der Gnadenstätte. Die kleine Grotte am linken Steilpfad zur Kapelle erinnert an den von Johann Kuhn um 1910 errichteten Ursprung. An der Hangseite wurde Ende der 60er Jahre unter Pastor Zimmer eine große Lourdesgrotte errichtet.

Neben der Pfarrgemeinde Steinbach/Dörsdorf, die Eigentümerin ist, gestalten auch die benachbarten Dörfer an den Maisonntagen hier Andachten, und am Fest Maria Himmelfahrt treffen sich heute noch, wie am Tag der Einweihung 1929, Gläubige aus den umliegenden Ortschaften auf dem Pilgerplatz. Am Fest Christi Himmelfahrt sind besonders die Männer zur Prozession und anschließenden Messe in Höchsten eingeladen.

Brauch ist auch, dass jeden Mittwoch Gruppen von Betern zur Kapelle kommen. Aus den Treffen der sogenannten Mittwochswallfahrer aus der Pfarrei Limbach hat sich im Laufe der Jahre die viel besuchte "Höchstener Kirmes" entwickelt. Im Jahr 2000 wurde erstmalig unter Pfarrer Walter Becker eine Sternwanderung nach Höchsten organisiert, die zur festen Veranstaltung für Jugendliche wurde.

Einzelne Beter trifft man zu jeder Tageszeit in der Kapelle an. Schätzungsweise um die 60 000 Besucher kommen im Jahr in die Kapelle. Zweimal im Jahr wird zu Arbeitseinsätzen aufgerufen, dann wird gründlich sauber gemacht, Hecken geschnitten und repariert, was kaputt ist. Besonders erwähnen möchte Herbert Jung zwei Frauen und einen Mann aus Steinbach, die seit über 40 Jahren in und direkt um die Kapelle täglich nach dem Rechten sehen.

Doch die Drei möchten weiterhin im Stillen ihre Arbeit tun und nicht genannt werden. Einmal in der Woche kommt auch der "Hausmeister", der ebenfalls nicht genannt werden möchte, entfernt Müll, meldet Schäden.

Seit über 100 Jahren steht die Kapelle schon. Foto: Monika Kühn.

Einmal wurde versucht, den Opferstock aufzubrechen. Auch wurden vom Altar zwei Engelfiguren gestohlen - ansonsten präsentiert sich die Wallfahrtsstätte aber als ein Ort der Ruhe und der Besinnung.