Morsche Augenweide fiel Kettensäge zum Opfer

Morsche Augenweide fiel Kettensäge zum Opfer

Eine der letzten grünen Oasen ist laut Leser-Reporter Richard Wagner in Lebach verschwunden. Er wollte wissen, warum die Kastanie in der Pickardstraße gefällt wurde. Wir haben für ihn nachgehört.

"Eine der letzten grünen Oasen in der Stadtmitte Lebach ist nun der Kettensäge zum Opfer gefallen. Am Montag, 3. Dezember, endete das Dasein der alten Kastanie in der Pickardstraße an der Unterführung." So lautet der Anfang der Mail von Richard Wagner aus Lebach, der sich wundert, warum die Kastanie gefällt wurde. Ein Hingucker auf dem Weg von der Innenstadt Richtung Kaserne und Saarlouiser Straße sei für immer verschwunden, Vögel und Insekten haben ihren angestammten Platz verloren. Es war eine Pracht im Frühling ihre herrlichen Blüten zu bewundern. Welche Freude hatten die Kinder im Herbst, wenn sie Kastanien suchen konnten.

Er war an diesem Tag unterwegs und hat die Arbeiter gefragt, warum die Kastanie gefällt werde. Wagner: "Mir wurde gesagt, die Kastanie hätte vor Kurzem einen Ast verloren und sei von innen her faul und müsste aus Sicherheitsgründen nun gefällt werden."

Die beigefügten Bilder, so Wagner, beweisen, dass dies nicht zutreffe. Die zersägten kräftigen Äste und der Baumstumpf zeigen keine Faulstellen. "Der Baum hätte trotz seiner zirka 150 Jahre noch einige Jahrzehnte stehen und unsere Augen erfreuen können", meint Wagner. Es sei traurig, dass man so schnell zur Kettensäge greife. Es müsse darauf gedrungen werden, dass dieser Ort wieder begrünt werde und an die Stelle der gefällten Kastanie ein adäquater Baum gepflanzt werde, wünscht sich der Lebacher.

Auf Nachfrage bei der Stadt Lebach hieß es zunächst, dass aus Verkehrssicherungsgründen der Baum gefällt werden musste, "aber das Gelände, auf dem die Kastanie stand, gehört der Deutschen Bahn", verweist uns Bernd Bender vom Amt für Umwelt, Grünflächen und Friedhofswesen der Stadt Lebach an die Deutsche Bahn. Dort wurde die Aussage von Bender bestätigt. Die Kastanie sei morsch gewesen. Ein Sprecher der DB Fahrwegdienste, die für Vegetationsarbeiten zuständig sind: "Die Kastanie war morsch. Im Baum befand sich sehr viel Totholz. Die Kastanie wäre in der nächsten Zeit abgestorben." Aus Verkehrssicherheitsgründen, vor allem für die Fußgänger, habe man sich entschlossen, nicht nur das Totholz rauszuschneiden, wie vor einiger Zeit schon mal geschehen, sondern den ganzen Baum zu fällen."

Den Hinweis bekamen wir von Leser-Reporter Richard Wagner. Für Sprachnachrichten aufs Band nutzen Sie die Nummer (0681) 5 95 98 00 oder schicken Sie alles an unsere E-Mail-Adresse: leser-reporter@sol.de oder unser Onlineformular unter www.saarbruecker-zeitung.de/leserreporter.