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Mit einem gewagten Manöver in die 1. Liga

Mit einem gewagten Manöver in die 1. Liga

Grenzenloser Jubel bei den Keglern des KSC Landsweiler: Der Club ist nach einem packenden Saisonfinale erstmals in seiner Vereinsgeschichte in die Bundesliga aufgestiegen.

Das war der helle Wahnsinn. Jubelnd lagen sich die Kegler des KSC Landsweiler am vergangenen Samstag im nordrhein-westfälischen Rösrath in den Armen. Die KSC-Spieler konnten ihr Glück kaum fassen. In einem dramatischen Saisonfinale hatte sich der Club soeben die Meisterschaft in der 2. Liga und den damit verbundenen Aufstieg in die Bundesliga gesichert (wir berichteten kurz). Erstmals in der Vereinsgeschichte spielt der KSC damit in der Eliteliga.

"Mit Mannschaften wie Oberthal oder Holten-Duisburg, bei denen die besten Kegler der Welt spielen, künftig in einer Liga zu sein, ist einfach Wahnsinn", freut sich Holger Philippi (45). "Für ein kleines Dorf wie Landsweiler ist es etwas ganz besonderes, in der 1. Liga zu spielen", ergänzt KSC-Altmeister Jeannot Peter. Philippi und Peter hatten beim KSC-Meisterstück auch die Schlüsselrollen gespielt. Aber dazu gleich mehr.

Denn eigentlich standen Landsweilers Chancen auf den Aufstieg vor dem letzten Spieltag schlecht. Zwar lag Landsweiler in der Tabelle punktgleich mit den Gastgebern auf Platz eins. Doch da im Kegeln die Teams auf ihrer Heimbahn nur schwer zu schlagen sind, gingen die Nordrhein-Westfalen als klarer Favorit in die Partie. Das machte spätestens ein Blick auf das Ergebnis der beiden Teams in der regulären Saison in Rösrath klar: Damals gewannen die Nordrhein-Westfalen mit 148 Holz Vorsprung. "Trotzdem habe ich immer dran geglaubt, dass wir es schaffen können", sagt Landsweilers Mannschaftsführer Thomas Benzkirch.

Doch die Partie begann für sein Team mit einem Fiasko. Nach zwei von sechs Keglern lag Landsweiler auf dem letzten Platz der vier Teams. Der Aufstiegs-Traum schien endgültig geplatzt. Doch dann schickte Landsweiler Philippi ins Rennen. "Er sollte eigentlich erst später starten. Aber wir haben ihn früher ins Rennen geschickt, weil ihm die Bahn dort gut liegt", berichtete Benzkirch.

Und Philippi gab richtig Gas. Der deutsche Einzelmeister von 2009 warf sensationelle 939 Holz - 85 mehr als Konkurrent Markus Homann - und persönliche Saisonbestleistung. Landsweiler lag plötzlich vor Rösrath - und der Titel war zum Greifen nah. Doch die Gastgeber schlugen zurück. Nach fünf Keglern lagen sie wieder vorne. Dann setzte der KSC zu einem gewagten Manöver an: Als letzten Starter schickte der Club Altmeister Jeannot Peter ins Rennen. Der 65-jährige Luxemburger hatte in den letzten sechs Monaten wegen einer Rückenverletzung kein einziges Spiel bestritten. Peter, der mit Iserlohn und Oberthal deutscher Meister war, sollte mit seiner Routine die nötige Holzzahl holen.

"Ich war überhaupt nicht nervös. Im Prinzip hatte ich keine Chance, aber die habe ich genutzt", erklärt er. Während sein Rösrather Konkurrent Nerven zeigte, holte Peter Punkt für Punkt auf. Am Ende warf er Landsweiler mit 880 Holz in die 1. Liga. Rösraths Thomas Habeth hatte 50 Holz weniger. Danach feierte Landsweiler mit den mitgereisten Fans - erst in Rösrath und später im Vereinslokal "Dolce Vita". "Bis in die frühen Morgenstunden", berichtet Benzkirch grinsend. Aber das hatte sich der Sensationsmeister auch verdient.

Zum Thema:

Die KSG Köllerbach-Lebach beendete die Abstiegsrunde der 2. Liga Süd auf Rang zwei. Die KSG muss damit in die Relegation um den Ligaverbleib gegen die SK Mülheim (Drittletzter der Nordstaffel). Gespielt wird voraussichtlich am 13. Mai.