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Ministerium schweigt beharrlich

Die Containerlösung am Kindergarten Gresaubach bringt seit August 2014 eine gewisse Erleichterung, soll aber trotzdem keine Dauerlösung sein.Foto: Fred Kiefer
Die Containerlösung am Kindergarten Gresaubach bringt seit August 2014 eine gewisse Erleichterung, soll aber trotzdem keine Dauerlösung sein.Foto: Fred Kiefer FOTO: Fred Kiefer
Gresaubach. Nichts Genaues weiß man nicht. So könnte man die Situation umschreiben, wenn es um den Kindergarten in Gresaubach geht. Nach einer Antragstellung der Stadt Lebach für einen Neubau beim Ministerium vor zwei Jahren gibt es noch immer keine Antwort. Astrid Dörr

Ortsvorsteher Fred Metschberger muss sich weiterhin in Geduld üben. Noch immer hat das Ministerium für Bildung keine Antwort auf den Plan zur Genehmigung des Neubaus des Kindergartens in Gresaubach gegeben (wir berichteten). "Wir wollen aber in der nächsten Zeit mal einen Vorstoß in Saarbrücken wagen", verrät Metschberger auf Anfrage. Immerhin beschäftigt das Thema schon seit einem Jahr nicht nur die Stadt Lebach, sondern vor allem auch die Gresaubacher, und hier natürlich vor allem die Eltern mit Kindern.

Und davon gibt es genug. Metschberger: "Wir hatten im Jahr 2013 elf Geburten, und 2014 sind sogar 14 Kinder in Gresaubach auf die Welt gekommen." Damit will er ausdrücken, dass trotz demografischen Wandels auch in Gresaubach durchaus Bedarf besteht, am Kindergarten festzuhalten.

Die Situation ist nach wie vor nicht zufriedenstellend. Denn das Raumangebot entspricht nicht mehr den Vorgaben eines zeitgemäßen Kita-Programmes, ist aber für den laufenden Betrieb noch ausreichend. So steht es in einer Pressemitteilung der Stadt Lebach vom März 2014. Nachdem damals ein Aufschrei der Stadt erfolgte, weil für fünf Kinder kein Platz da war, hat man sich für eine Containerlösung entschieden. Seit August ist dieses Notquartier vorhanden, aber eine Dauerlösung sollte sie laut Metschberger auch nicht sein.

Ohne eine Antwort aus Saarbrücken sind aber allen Beteiligten die Hände gebunden. Es kann weder ein Neubau angegangen werden noch ein Umbau erfolgen. Dass das Thema Kindergarten Gresaubach nur auf Eis liegt, aber nicht vergessen ist, sieht man daran, dass im Rahmen der Haushaltsberatungen im Stadtrat Lebach 800 000 Euro im Investitionsplan eingestellt wurden.

Bei einem Neubau, der mit 1,8 Millionen Euro veranschlagt ist, würde der Bund 90 000 Euro dazugeben, Landkreis und Land würden sich jeweils mit 450 000 Euro beteiligen und die Stadt Lebach müsste, wie erwähnt, 800 000 Euro bezahlen.



Meinung:
Es wird langsam Zeit, etwas zu unternehmen

Von SZ-RedakteurinAstrid Dörr

Nur noch wenige Tage, dann ist es exakt ein Jahr her, als die Stadt Lebach zur Pressekonferenz zur Kita Gresaubach eingeladen hat. Im März 2014 gab es einen Aufschrei, weil der Kindergarten nicht genug Platz für alle Kinder hatte. Bis zur Übergangslösung Container wurde es August. Seither sind alle Kinder versorgt, aber wenn man ehrlich ist, hat man nichts erreicht. Im Juli ist es zwei Jahre her, dass die Stadt Lebach beim Ministerium einen Antrag auf Neubau gestellt hat. Bis heute keine Antwort. Eine Planung ist weder für die Stadt Lebach möglich noch für die Eltern aus Gresaubach.

Wenigstens macht der Träger einen Schritt nach vorne und ändert die Öffnungszeiten. Heißt der Saarlandslogan nicht: Großes entsteht immer im Kleinen? Möglicherweise sind die geänderten Öffnungszeiten ja nur der Anfang. Und vielleicht fasst sich Bürgermeister Klauspeter Brill ja ein Herz und haut in Saarbrücken beim Ministerium mal auf den Tisch.

Zum Thema:

Auf einen BlickDer Kindergarten Gresaubach hat 28 Ganztagsplätze für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren, davon 13 "lange" Plätze bis 17 Uhr und 15 "kurze" Plätze bis 14 Uhr. Beides mit Mittagessen. Zehn Regelplätze für Kinder von drei bis sechs Jahren von 7 bis 13 Uhr. Fünf Krippenplätze von 7 bis 17 Uhr. ab