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Millionen Jahre alte Fossilien strahlen in neuem Glanz

Lebach. Weltweit bekannt sind die Lebacher Eier. Vor allem wegen den darin gefundenen Fossilien, die zu den ältesten auf der Erde gehören. Doch auch der wirtschaftliche Wert war von großer Bedeutung. Eine Dauerausstellung wurde im Lebacher Rathaus eingerichtet. Monika Kühn

Seit Jahrzehnten sammelt Egon Gross Lebacher Eier. Als er damit anfing, war nur so viel bekannt, dass es solche Toneisenknollen in Gresaubach in den Schotten gäbe. Bei einem Flug über dieses Gelände entdeckte der Hobbyflieger am 31. März 1973 ein Grundstück, das dunkler war als die übrigen. Gross war bekannt, dass die Lebacher Eier in dunklen Schieferschichten zu finden seien. Ihm kam auch zugute, dass durch den Einsatz größerer Traktoren die Felder tiefer durchpflügt wurden und somit untere Schichten nach oben gelangten. Die großen Eier waren in früherer Zeit für die Eisengewinnung genutzt worden, die Kleinen blieben als Abraum zurück. Diese hat Gross gesammelt und in Vitrinen gelagert. Gross, Klaus Altmeyer und Albert Wagner erreichten, dass sie einen Platz im Ausstellungskatalog des Briefmarkenvereins bekamen.

Lebacia speciosa


Die damalige DDR hatte 1973 einen Satz mit Fossilien herausgebracht. Auf der 10er-Marke war das älteste Nadelgehölz der Welt abgebildet, die in den Lebacher Eiern gefunden worden war, genannt nach ihrem Fundort: Lebacia speciosa. Die drei oben genannten Lebacher waren auch Berater für Regionalgeschichte . Zusammen mit dem damaligen Leiter der VHS, Karl Kuhn, erschien das Buch von Ilse Winter-Emden über die Geschichte der Lebacher Eier.

Weiter mit der Geschichte beschäftigte sich auch Eric Glansdorp aus Schmelz. Als Schüler des Johannes-Kepler-Gymnasiums nahm er in den 80er Jahren am Wettbewerb "Jugend forscht" teil. Sein Thema: Die Lebacher Eier. Er wurde Landessieger. Egon Gross unterstützte den damaligen Schüler so weit als möglich. Ins Gerede kamen die Besonderheiten aus Lebach wieder, als ein Fossilienhändler aus der Pfalz 1992 von der Fundstelle erfahren hatte und er ausländische Gastarbeiter anheuerte, die Raubgrabungen im Spechenwald bei Rümmelbach unternahmen. Doch sie wurden entdeckt und dem Umweltamt gemeldet.

Erste wissenschaftliche Grabungen begannen dann 1992, erzählt Gross weiter. 400 Fossilien wurden in den Schieferschichten und den Eiern entdeckt. Eine große Ausstellung fand im Rathaus statt.

Dann ruhte die Geschichte um die Lebacher Eier wieder einige Jahre. Bis Eric Glansdorp bei einer Wanderung Bürgermeister Klauspeter Brill ansprach und bei der Verwaltung diesbezüglich auf offene Ohren stieß.

Seit ein paar Jahren standen Vitrinen mit den Fossilienfunden im Maschinenhaus der Wasserwerke . Sie wanderten nun als Dauerausstellung ins Lebacher Rathaus. Auch im Lebacher Hallenbad und auf dem Birkenhof bei Rümmelbach sollen Vitrinen aufgestellt werden. Bei Rümmelbach wird im nächsten Monat der Haifisch-Pfad offiziell eröffnet. Vor 290 Millionen Jahren gab es dort einen See, der bis Bad Kreuznach reichte. Dadurch entstanden auch die Fossilien und später durch Ablagerungen die Lebacher Eier.

Dauerausstellung im Rathaus

Bis zur offiziellen Eröffnung des Haifischpfades am 24. April werden auch die Infotafeln zu diesem Wanderweg im Rathaus zu sehen sein.

Die Ausstellung ist schon im Lebacher Rathaus zu sehen.



Meinung:

Die Menschen als Werbeträger

Von SZ-RedakteurinMonika Kühn

Die Lebacher Eier sind bekannt. Doch Genaues darüber, wissen die meisten nicht. Das soll sich ändern. Die Dauerausstellung dazu im Rathaus ist ein erster Schritt. Lebach muss endlich beginnen, auf seine schönen Seiten hinzuweisen und das nachhaltig. Die positiven Aushängeschilder der Stadt müssen mehr ins Bewusstsein der Menschen rücken. Da muss die Werbetrommel kräftig gerührt werden. Nicht nur allein mit Plakaten und Anzeigen, auch die Menschen vor Ort müssen als Werbeträger agieren. Das kann in der Familie sein, zum Beispiel mit Gästen eine Wanderung mit vielen Informationen unternehmen oder mit den Nachbarn. Ob das der Kaltensteinpfad ist, der neue Rad- und Freizeitweg bei Knorscheid oder der Rümmelbach-Humberg-Weg ist, um nur einige zu nennen. Das kann bei Vereinen mit in die Planungen eingebunden werden, sei es bei einem Fest oder einer anderen Aktivität. Das kann auch durch Mund-zu-Mund-Propaganda geschehen. Egal wo man ist, einfach von den schönen Seiten seines Heimatortes erzählen.