Literarische Fantasie aus dem echten Leben

Literarische Fantasie aus dem echten Leben

Lebach. Einen Roman frei zu halten von persönlichen Erlebnissen, das hieße, Übermenschliches vom Schriftsteller zu verlangen. Nicht die schlechtesten Bücher sind wohl die, deren Autoren ein entspanntes Verhältnis zu ihrem Dasein haben und nicht bei jedem zweiten Satz überlegen müssen, ob er "geht" und wem er vielleicht nicht passt. Sie schreiben halt, was sie zu sagen haben

Lebach. Einen Roman frei zu halten von persönlichen Erlebnissen, das hieße, Übermenschliches vom Schriftsteller zu verlangen. Nicht die schlechtesten Bücher sind wohl die, deren Autoren ein entspanntes Verhältnis zu ihrem Dasein haben und nicht bei jedem zweiten Satz überlegen müssen, ob er "geht" und wem er vielleicht nicht passt. Sie schreiben halt, was sie zu sagen haben. So ist auch der Debütroman der Lebacherin Gaby Gawlitza (Foto: SZ) ein Buch, das nicht frei von tatsächlichen Begebenheiten ist, aber wohlgemerkt keine Autobiografie, sondern eine Fantasie aus dem echten Leben. Die heute 50-Jährige war 24 Jahre lang Lehrerin, zuletzt Studienrätin an einem Lebacher Gymnasium, unterrichtete Chemie, Biologie und katholische Religion. Bei einem unverschuldeten Dienstunfall im Chemiesaal verätzte sich die begeisterte Marathonläuferin die Lunge. Das war das Ende der beruflichen und sportlichen Karriere. Bei einem Reha-Aufenthalt auf der Insel Sylt geriet Gaby Gawlitza in die schlimmste Sturmflut der vergangenen 20 Jahre - "ich war eine Landratte im Orkan", hat sie heute gut lachen. Jedenfalls waren die Erlebnisse so fesselnd, dass die Naturwissenschaftlerin eine Geschichte drumherum erfand, eine Liebesgeschichte, die auch Natur(Katastrophen)roman und Wissenschaftsroman ist. Die Handlung spielt in Sylt und Island. Island mit seinen schlummernden Vulkanen gibt nämlich geologisch viel mehr her als Sylt. Gaby Gawlitza hat etliche Monate recherchiert, um die Handlung auf ein stabiles Tatsachen-Fundament zu bauen. Sie war dem Vernehmen nach eine disziplinierte Schreiberin, hat an manchen Tagen sechs, sieben Stunden gearbeitet, anderthalb Jahre lang.Das Buch heißt "Brodelndes Eis", hat 246 Seiten, kostet 14,80 Euro und ist Ende November im Verlag Geistkirch erschienen. Vorgestellt wird es am kommenden Dienstag, 8. Dezember, um 19.30 Uhr bei einer Autorenlesung in der Bücherei des Lebacher Rathauses.