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Volleyball
Lebach knackt den Spitzenreiter

Jubel, Trubel, Heiterkeit: Die Lebacher Spielerinnen und Trainer Philipp Betz feiern den 3:1-Sieg gegen Sinsheim. Damit gelang dem TVL der zweite Sieg über den Tabellenführer.
Jubel, Trubel, Heiterkeit: Die Lebacher Spielerinnen und Trainer Philipp Betz feiern den 3:1-Sieg gegen Sinsheim. Damit gelang dem TVL der zweite Sieg über den Tabellenführer. FOTO: Ruppenthal
Lebach. Den Drittliga-Primus zum zweiten Mal entthront, Klassenverbleib quasi ge- sichert: Nach dem 3:1- Sieg gegen Sinsheim herrschte bei den Volley- ballerinnen des TV Lebach Partystimmung. Jetzt kann die Faasend kommen. Von Roland Schmidt

Alles singt und lacht, ja ist denn heut’ schon Faasenacht? „Oh wie ist das schön“, jubelten mehr als 200 begeisterte Volleyball-Fans am Sonntag in der Sporthalle Lebach – und feierten den 3:1-Sieg des TV Lebach über den SV Sinsheim.


„Einer geht noch, einer geht noch rein“, grölte das Publikum davor in Dauerschleife, bevor nach 110 Minuten Spielzeit endlich der vierte Matchball saß. Mit einem Schlag ins Netz beendete der Tabellenführer der 3. Bundesliga Süd Lebachs Gala-Auftritt (25:16, 20:25, 25:21, 25:21) zwar eher unspektakulär, doch das trübte die Freude nicht. Auch ohne „Alleh Hopp“ stand die Bude „Kopp“ – und Anita Nawrat schrie ihre Freude heraus. Gründe hatte die zur wertvollsten Heimspielerin gewählte TV-Spielführerin genug. „Nach dem 3:2 im Hinspiel haben wir den Spitzenreiter erneut geschlagen und das Saisonziel wohl vorzeitig erreicht. Wir wussten, dass wir nur mit vollem Risiko gewinnen können und so haben wir auch gespielt“, nannte die Außenangreiferin das Erfolgsrezept.

„Fünf Punkte gegen den Tabellenführer, fünf Punkte, die uns vermutlich die Liga sichern werden – unglaublich“, jubelte auch TV-Abteilungsleiter Thomas Schwinn und schwärmte vom fulminanten Auftakt. Von Beginn an setzte der Außenseiter den Favoriten unter Druck. Mit neun Punkten Vorsprung schnappte sich Lebach Durchgang eins. Sinsheim war beeindruckt, der Plan ging zunächst auf.

„Entscheidend waren die Angaben. Die haben wir zuletzt eher mau geschlagen und deshalb härter trainiert“, verriet Nawrat. Nachdem die Gäste den ersten Schock verdaut hatten, wurden sie stärker. Der Spitzenreiter bekam in Durchgang zwei Oberwasser und glich zum 1:1 aus.

Doch Lebach ließ nicht locker. „So geht der Hammer, ja der Hammer, der geht so“, dudelte es aus den Boxen, als Svenja Zapp im dritten Satz die Keule auspackte. Bei vier harten Schmetterbällen in Serie ließ die Lebacher Außenangreiferin die Gäste-Abwehr alt aussehen. Lebach zog von 8:7 auf 11:7 davon – ein Knackpunkt der Partie. Zapps Positionskollegin Janina Steil langte ebenfalls zu – und Nawrat brachte die Gäste mit Trickbällen zur Verzweiflung. Zeitweilig wurde der Liga-Primus vom Liga-Neuling vorgeführt und lief dem Rückstand scheinbar hilflos hinterher.



Motiviert von der 2:1-Führung bestimmte Lebach auch den vierten Satz klar (24:18) – Sinsheim hatte sich aufgegeben. „Ihr habt verdient gewonnen und verdient die Klasse gehalten – dann bis zum nächsten Mal“, gratulierte Gästetrainer Jürgen Vorsatz dem neuen Angstgegner. „Dass wir den Tabellenführer zwei Mal geschlagen haben, ist echt der Hammer“, sagte Janina Steil und strahlte. „Wir wollten mit Spaß aufspielen und schauen, was geht. Es hat geklappt.“

Ganz sicher ist der Klassenverbleib zwar noch nicht, aber zehn Zähler Abstand zur Abstiegszone sind schon ein fettes Polster. „Ich wollte mindestens 20 Punkte holen und die haben wir fünf Spieltage vor Schluss bereits erreicht. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn jetzt noch etwas anbrennt“, resümierte TV-Trainer Philipp Betz zufrieden. „Jetzt kann die Faasend kommen.“