Lebach hat ab Sonntag einen Treffpunkt weniger

Lebach hat ab Sonntag einen Treffpunkt weniger

Die Gaststätte Piräus schließt. 25 Jahre hat „et Hilde“ die Kneipe geführt. Eine kleine Hommage an die „Die kleine Kneipe in unserer Straße“, die es bald nicht mehr gibt, schrieb Dieter Heim aus Lebach.

Eine trockene Meldung: Die traditionsreiche und beliebte Gaststätte Piräus in Lebach wird es nach dem 27. November nicht mehr geben. Doch was steckt eigentlich dahinter? Das Gebäude, in dem sich die Gaststätte befand, wurde bereits 1963/64 von Hans Freichel (gen. Schass) erbaut. Die Gaststätte wurde zu Beginn am 1. Mai 1964 an Günter Kläser verpachtet, der nach kurzer Zeit aus persönlichen Gründen die Wirtschaft nicht mehr weiter betreiben konnte. Das Erbauerehepaar Rosie und Hans Freichel übernahm die Gaststätte im Jahr 1966 dann selbst für drei Jahre.

Danach gab es bis 1992 eine Reihe von Pächtern, die mit zur Geschichte der Wirtschaft gehören, unter anderem Andy und Doris, Tobi, Herbert Groß.

1992 hat die Tochter des Gründerehepaares, Hilde Henry, geborene Freichel, die Gaststätte übernommen. 25 Jahre hat sie die Kneipe Piräus betrieben und zu einem Treffpunkt einer ganzen Reihe von Vereinen und Gruppen gemacht, die sich regelmäßig hier getroffen und wohlgefühlt haben.

Stammgäste seit dem Bestehen waren die Volleyballer des TV Lebach , deren Übungsstätte ganz in der Nähe lag. Die Jobacher, mit denen die Wirtin auch über die Burrenfeste eng verbunden war, trafen sich hier, ebenso die Verwäschten Achtzig, die Tennisspieler , die Karnevalisten vom CVL, die Golfer, der Jahrgang 1937, Skatspieler und andere mehr. Viele bedauern, dass die Wirtin, "et Hilde" wie sie liebevoll von ihren Gästen genannt wird, nach dem silbernen Jubiläum die Gaststätte aufgibt. Wie sie sagt, tut sie dies aus persönlichen Gründen. Das reibungslose Betreiben einer Gastwirtschaft ist schon eine Knochenarbeit, der sie nun - zum Teil - Tribut zollt. Sie bedauert sehr, dass sie keinen Nachfolger oder Nachfolgerin gefunden hat.

Die Gaststätte Piräus in der Dillinger Straße war eine echte Kneipe im positiven Sinne, sie strahlte Gediegenheit, Gemütlichkeit und Geborgenheit aus. Leider ist auch dieser Treffpunkt nun dem schon länger zu beobachtenden Kneipensterben zum Opfer gefallen. Trotzdem, die Erinnerung vieler Jobacher, Lebacher und anderer Besucher der Gaststätte bleibt, sowie die Erinnerung an eine beliebte und liebenswerte Wirtin.