| 20:16 Uhr

„Lebach 2030“ entwickeln und umsetzen

SZ-Regionalleiter Mathias Winters (mit Mikro) moderierte die Diskussion über die Zukunft des Wirschaftsstandortes Lebach. Im Podium (von link): Bürgermeister Klauspeter Brill, Leander Wappler (IHK), Anne Treib (Verkehrsverein), Carsten Meier (IHK) und Hugo Kern (Kernplan mbH). Fotos: Dieter Lorig
SZ-Regionalleiter Mathias Winters (mit Mikro) moderierte die Diskussion über die Zukunft des Wirschaftsstandortes Lebach. Im Podium (von link): Bürgermeister Klauspeter Brill, Leander Wappler (IHK), Anne Treib (Verkehrsverein), Carsten Meier (IHK) und Hugo Kern (Kernplan mbH). Fotos: Dieter Lorig
Lebach. Hauseigentümer, Gewerbetreibende und Verwaltung müssen Lebach für die Zukunft neu aufstellen. Erste Schritte sind getan. Monika Kühn

Quo vadis Lebach? Wie sieht die Zukunft von Lebach aus? Diese Frage war Thema einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer und der Stadt Lebach in der Stadthalle. Gut 70 Bürger, Händler und Gewerbetreibende waren der Einladung gefolgt. Auf dem Podium diskutierten Bürgermeister Klauspeter Brill, Carsten Meier und Leander Wappler von der IHK, Anne Treib vom Verkehrsverein und Zentrumsmanager Hugo Kern. Die Moderation hatte SZ-Regionalleiter West, Mathias Winters.



Zuvor gab Carsten Meier einen Überblick über die Wirtschaftskraft der Kommunen, speziell von Lebach. Welche Potenziale hat die Kommune auf lange Sicht gesehen? Wie kann sie gestärkt werden? Wie andere Städte und Gemeinden hat auch Lebach mit dem demografischen Wandel, dem fortschreitenden Strukturwandel im Handel und leeren Kassen zu kämpfen. Meier sprach sich für ein Gesamtkonzept für alle Kommunen aus. Vor allem die öffentliche Hand müsse mehr investieren. Das Wirtschaftswachstum dürfte in der zweiten Jahreshälfte um 1,5 Prozent steigen, was sich positiv auf Investitionen auswirke.

Die Stadt, betonte Meier, müsse alle Einnahmepotenziale ausschöpfen. Die Gewerbesteuer dürfte aber nicht mehr weiter erhöht werden. Bei der Zahl der Arbeitsplätze sei noch Luft nach oben, es gelte mehr Kaufkraft in Lebach zu halten. Auch müssten sich die Stadt und Immobilienbesitzer davon verabschieden, dass alles so bleiben könne. Der Bereich der oberen Marktstraße müsste anders genutzt werden. Hier sei kein Handel mehr möglich. Im unteren Bereich könnte der Einzelhandel verdichtet werden. Die Anbindung an die City müsste genutzt werden.

Die Fußgängerzone brauche eine neue Bestimmung. Händler und Hauseigentümer in der Pickardstraße müssten ein für sie eigene Quartiersstrategie entwickeln. Wichtig: Die Besitzer müssten in die Pflicht genommen werden. Meier forderte ein Fassadenprogramm, konsequente Umsetzung des energetischen Quartierskonzepts und überall Breitbandanschlüsse, die heute jedes Unternehmen brauche. So sei der Werterhalt der Immobilie gesichert.

In die Zukunft denken, das tat auch Zentrumsmanager Hugo Kern. Sein Bericht fiel positiver aus. Kerns Büro begleitet Lebach bei der Umgestaltung der Fußgängerzone. Kern stellte den Plan vor, verwies auf Förderprogramme. Er ist sich sicher, im Bereich der City wird ein multifunktionales innerstädtisches Generationenquartier entstehen.



Bei der anschließenden Diskussionsrunde wurden Lebachs Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Es gelte, die Kosten für Gewerbetreibende und auch für die Bewohner in Grenzen zu halten. Es müsse das Bewusstsein geschaffen werden, dass sich die Zeiten geändert haben. Die Mietnebenkosten müssten reduziert werden, wo möglich, dort müsse interkommunal zusammengearbeitet, Sportstätten und Hallen gemeinsam genutzt werden.

Wie sieht Lebach 2035 aus?, fragte Mathias Winters zum Abschluss. Wappler sieht dann ganz viele junge Familien, die in Generationenhäusern zusammenleben. Der Einzelhandel wird nachgefragt, meint Treib. Lebach ist Musterstadt mit Modellcharakter. So sieht es Meier. Kern weiß nicht, was in 17 Jahren ist, will erst einmal die Fußgängerzone umgestalten, und der Bürgermeister sieht die Stadt mit den Nachbarkommunen als eine Region.

Über 70 Besucher kamen zu der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Quo vadis Lebach" in die Stadthalle.
Über 70 Besucher kamen zu der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Quo vadis Lebach" in die Stadthalle.