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Motorsport
Lauck bremst Lewandowski aus und holt EM-Titel

Manuel Lauck greift im organgefarbenen Lambo nach der Spitze. Mit zwei Siegen sicherte er sich den EM-Titel.
Manuel Lauck greift im organgefarbenen Lambo nach der Spitze. Mit zwei Siegen sicherte er sich den EM-Titel. FOTO: Dörr Motorsport / CLAUDIO SIGNORI
Dörsdorf. Dörsdorfer kürt sich in Vallelunga überraschend zum Meister der Lamborghini Super Trofeo Europa. Fast auch noch Weltmeister. Von Peter Wilhelm

Der Pokal fehlt noch. „Der war einfach zu groß und hat nicht mehr ins Flug-Gepäck gepasst“, sagt Manuel Lauck und lacht. Der Dörsdorfer hat vor gut einer Woche beim Finale der Lamborghini Super Trofeo Europa in Vallelunga (bei Rom) für Furore gesorgt – und den Europameister-Titel gewonnen.


„Dabei hatte ich mit dem Titel eigentlich schon abgeschlossen“, erzählt der 35-Jährige. Die Ausgangslage: „Der Meisterschaftsführende musste quasi ausfallen. Ein sechster Platz aus zwei Rennen hätte ihm gereicht. Für mich war das daher eigentlich eine Mission impossible.“

Doch geht nicht, gibt’s nicht. Und so hatte Lauck am Ende zwei Rennsiege und einen Titel auf dem Konto. Und ein Gepäckproblem. Am Ende musste der Pokal im Transporter des Teams Dörr Motorsport nach Deutschland, Lauck bekommt ihn erst bei der Teamfeier wieder.



Die Super Trofeo Europa ist ein Markenpokal, in dem 22 Lamborghini Huracán (620 PS, Stückpreis: 235 000 Euro) an den Start gehen. Darunter auch Lauck, der sich mit dem Leipziger Florian Scholze im Cockpit abwechselte.

In Vallelunga lief von Beginn an alles rund. Lauck fuhr die Trainingsbestzeit, drehte die schnellste Rennrunde – und übergab das Auto in Führung liegend an Scholze, der den Sieg sicher nach Hause fuhr. Zudem fiel der große Titelkonkurrent Andrej Lewandowski (Polen) aus.

Und es sollte noch besser kommen: Im zweiten Lauf starteten Scholze/Lauck von Platz sieben eine furiose Aufholjagd, die sie vier Runden vor Schluss an die Spitze brachte. Lewandowski kam hingegen nicht über Platz sieben hinaus – womit Lauck hauchdünn den Titel einfuhr.

Nur einen Tag später ging es für den Dörsdorfer dann sogar um die Weltmeisterschaft. Beim Weltfinale der Trofeo traten auch die Sieger aus Asien, dem mittleren Osten und Amerika an – und hier hatte Lauck dann etwas Pech. Erneut hatte er das Auto auf die Pole Position gestellt, im ersten Rennen musste Teamkollege Scholze dann aber in der vorletzten Runde den Kontrahenten Ryan Hardwick ziehen lassen. Im zweiten Lauf landeten Lauck/Scholze erneut auf Platz zwei, Hardwick wurde Dritter. Beide Teams waren dadurch punktgleich. „In diesem Fall gibt der Sieg den Ausschlag. Wir waren zwar punktgleich mit dem Weltmeister – aber eben nur Vize-Weltmeister“, sagt Lauck. Doch dann lacht er. „Andererseits sind zwei Siege, zwei zweite Plätze, ein Europameister-Titel und ein Vize-Weltmeister-Titel ja auch nicht so schlecht.“ Und mit noch einem Pokal wäre es dann auch im Transporter eng geworden.