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Landesjugendspiele der Behinderten
„Diesmal war die Vorfreude noch größer“

Klassiker: Neben Weitwurf und Weitsprung standen auch viele Läufe bei den 40. Landesjugendspielen der Behinderten in Lebach auf dem Programm.
Klassiker: Neben Weitwurf und Weitsprung standen auch viele Läufe bei den 40. Landesjugendspielen der Behinderten in Lebach auf dem Programm. FOTO: Ruppenthal
Lebach. Nach einem Jahr Pause fanden in Lebach wieder die Landesjugendspiele der Förderschulen statt. 1300 Schüler waren dabei. Von David Benedyczuk

Die Landesjugendspiele der saarländischen Förderschulen sind ein echter Dauerbrenner: Seit der Premiere, die 1979 mit drei Schulen noch ziemlich überschaubar ausfiel, besuchen inzwischen Tausende Kinder und Jugendliche Jahr für Jahr den Wettbewerb des saarländischen Bildungsministeriums – das Vorjahr bildete da allerdings eine Ausnahme. Damals war die Veranstaltung im und um das Lebacher Stadion wegen schlechter Wetterprognosen kurzfristig abgesagt worden. „Für unsere Schüler ist das immer ein Höhepunkt. Nach dem Ausfall war die Vorfreude diesmal noch umso größer“, meint Kathrin Wannemacher, Lehrkraft an der Schule am Webersberg in Homburg, die am Donnerstag eine der 15 Homburger Riegen mit insgesamt 146 Schülern begleitete.


„Neben Laufen, Ballweitwurf und Weitsprung als klassischen Leichtathletik-Disziplinen stehen behindertenspezifische Aufgaben wie Medizinball-Rollen, Sandsack-Hochwurf, Rollstuhlparcours und Pendelball auf dem Plan“, erläutert Stefan Schweig, der Organisator der Landesjugendspiele.

Das breite Angebot kommt bei den jungen Teilnehmern an: „Es ist immer schön, mir gefällt es jedes Mal gut“, meint der 17-jährige Eric. Sein zwei Jahre jüngerer Mitschüler aus Homburg, Benjamin Lehnert, ist ebenfalls begeistert: „Ich fand Weitsprung und Rennen am besten. Ich bin 2,60 Meter weit gesprungen – das war für mich sehr gut“, verrät der 15-Jährige mit stolzer Stimme.



Mit zehn Riegen und 126 Schülern ist auch die Friedrich-Joachim-Stengel-Schule aus Heusweiler und Saarbrücken zahlreich vertreten: „Ich war zum ersten Mal mit dabei“, berichtet die zehnjährige Nina – und zieht nach ihrem Wettbewerb ein positives Fazit: „Es hat Spaß gemacht. Ich finde es ganz toll, dass so viele Kinder zusammen Sport machen.“ Ähnlich sieht es Fabio (17) von der Biedersbergschule Neunkirchen: „Ich war schon unzählige Male hier und habe auch schon gute Freunde hier kennengelernt“, sagt er. Und: „Mit meiner sportlichen Leistung war ich zufrieden.“ Benjamin (15) von der Schule am Webersberg Homburg schwärmt: „Mir hat es auch sehr gut gefallen. Hier ist immer die Hölle los. Es macht Spaß, weil man hier so vieles machen kann.“ 

Insgesamt waren 16 Schulen mit fast 1300 Förderschülern in Lebach vor Ort. Für einen geregelten Ablauf sorgten neben den begleitenden Lehrkräften insbesondere die Großaufgebote von Bundeswehr und Polizei: „Die Organisation hat dank der Mithilfe der Bundeswehr diesmal noch besser geklappt als vorher. Mit 100 Polizisten waren zudem mehr vor Ort als sonst. Das war eine große Unterstützung“, sagt der Organisator.

Anders als zuletzt zeigte sich das Wetter mit reichlich Sonne diesmal wieder von seiner besten Seite – fast schon zu gut: „Weil es doch sehr heiß ist, werden wir die zum Ende hin geplanten Staffelläufe jetzt absagen“, verrät Schweig kurz vor dem Aufruf zur Siegerehrung, bei der wie schon zu Beginn der Wettbewerbe alle 130 Riegen in Lebach im Innenbereich des Stadions Aufstellung bezogen. Leer ging dabei sowieso keiner aus – für alle Jungsportler gab es eine Medaille als Erinnerung an die erneut erfolgreiche Auflage des besonderen Sportfestes.

Auch die Kinder mit „Heimvorteil“ zeigten sich hinterher angetan: „Ich bin heute schon zum dritten Mal hier dabei. Mir hat es wieder richtig gut gefallen“, sagt der 14-jährige Dennis Holl von der Lebacher Louis-Braille-Schule. „Es ist schön, mit so vielen anderen Sport zu machen. Ich habe da auch schon die eine oder andere Bekanntschaft geschlossen.“ Mitschüler Lennart verrät lächelnd: „Ja, ich konnte den Heimvorteil nutzen – außerdem musste ich dafür heute nicht so viel Mathe machen. Es war sehr lustig. Ich war auch schon drüben auf der Rutsche“, betont der 13-Jährige, dass ihm das Unterhaltungsprogramm abseits der Wettkämpfe mindestens genauso zusagte.

Am Ende eines langen Sportvormittags in Lebach hieß es für alle Beteiligten Abschied nehmen: „Jetzt geht’s wieder zurück in die Schule“, kündigt Franz-Josef Brust, Lehrer an der Biedersbergschule Neunkirchen, um die Mittagszeit an – jedoch nicht ohne ein Lob für die eigenen Schützlinge: „Unsere 42 Schüler sind jetzt alle groggy – aber sie haben sich alle richtig wacker geschlagen.“

Tolle Mischung: Neben den zahlreichen sportlichen Wettkämpfen kamen bei den Landesjugendspielen auch Spiel und Spaß nicht zu kurz.
Tolle Mischung: Neben den zahlreichen sportlichen Wettkämpfen kamen bei den Landesjugendspielen auch Spiel und Spaß nicht zu kurz. FOTO: Ruppenthal