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Kulturgemeinschaft Eidenborn ruft auf zur Rommelbootzenaktion

Kostenpflichtiger Inhalt: Rommelbootzen : Die Eidenborner pflanzen ihr Brauchtum einfach nach

Rommelbootzen gehören zu unserer Region. Auf Hochdeutsch: Rüben - und da weiß man: Die werden kaum noch angebaut. Eidenborn will den Brauch retten und ruft dazu auf, die Rüben selbst anzubauen. In diesem Jahr zum dritten Mal.

Rommeln, hochdeutsch Rüben, wurden früher in unserer Region als Futterrüben angepflanzt, im Herbst geerntet, gehäckselt (“met mit der Rommelratz“) und mit Schrot und Spreu vermengt den Kühen als Kraftfutter verfüttert. Heute wird industriell hergestelltes Kraftfutter verwendet, was zur Folge hatte, dass auf den Feldern der Bauern keine Rüben mehr angebaut werden.

Früher wurde das im Frühjahr ausgebrachte Saatgut wurde später zunächst als Jungpflanzen in die Felder verpflanzt und dann im Spätherbst geerntet. Die Kinder, die natürlich bei der Ernte halfen oder helfen mussten, durften sich danach die dicksten oder die größten aussuchen. Im Wurzelbereich wurde ein Stück abgeschnitten, damit sie einen festen Stand hatten. Ebenso wurde oben die Haube etwa fünf Zentimeter abgeschnitten. Die Rommel wurde danach mit einem Messer oder einem Löffel ausgehöhlt, bis nur noch eine etwa ein bis zwei Zentimeter dicke Außenwand stehen blieb. Anschließend wurden Augen, Mund und Nase ausgeschnitten, eine Kerze hineingestellt und fertig war die Rommelbootz. Am Abend, wenn es dunkel wurde, stellte man sie gut sichtbar nach draußen, zündete die Kerze an und die Rommelbootz leuchtete.

„Diesen Brauch wollen wir wiederbeleben“, sagt die Kulturgemeinschaft Eidenborn. „Da aber keine Rüben mehr in unserer Region angebaut werden, tun wir dies einfach selbst. Und hier sind vor allem die Kinder angesprochen, die in einer Art Wettbewerb die Rüben selbst säen, verpflanzen und im Herbst auch ernten sollen. Dies kann im eigenem Garten oder in größeren Töpfen oder aber auf einem vom Bauer Erwin Schuster bereitgestelltem Feld in Eidenborn erfolgen. Dort kann jeder seine eigene Rüben pflanzen, pflegen und später ernten.“

Im Oktober werden dann die größten, und, dicksten, schönsten Rommelbozen bei einer Abschlussveranstaltung im Kulturzentrum vorgestellt und prämiert.

Den Rübensamen stellt die Kulturgemeinschaft Eidenborn zur Verfügung. Dieser kann am Sonntag, 15. März, ab 15 Uhr im Kulturzentrum Eidenborn mit detaillierter Pflanzanweisung beim Frühlingskaffee der Frauengemeinschaft abgeholt werden. Bei Kaffee und Kuchen gibt Rübenexperte Erwin Schuster ausführliche Tipps zu Aussaat und Pflege.

In die Aktion integriert werden sollen auch die Grundschulen im Bereich Lebach und Landsweiler, indem Rübensamen an die Grundschüler kostenlos verteilt werden.

Wer teilnehmen möchte, sollte sich ,um besser planen zu können bei Peter Serwe (Tel. 06881-91524) oder Peter Zapp (Tel. 06881-4724) anmelden.

(red)