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Krankenhaus Lebach wird geschlossen

Kostenpflichtiger Inhalt: Wirtschaftliche Schwierigkeiten : Krankenhaus Lebach wird geschlossen

Der Träger ctt sieht sich offenbar nicht mehr in der Lage, die Klinik wirtschaftlich zu betreiben.

Die Serie von Klinik-Schließungen im Saarland setzt sich fort. Nach Wadern, Dillingen und Ottweiler wird auch das Lebacher Caritas-Krankenhaus dichtgemacht - und zwar schon bald. Das erfuhr die Saarbrücker Zeitung am Freitag. Geplant sei die Schließung bereits zum 1. Juli dieses Jahres. Für heute Nachmittag wurde die Mitarbeitervertretung von der Geschäftsführung der katholischen Cusanus-Trägergeselschaft Trier (ctt) kurzfristig zu einem Gespräch gebeten. Diese muss den Plänen zustimmen. Auch Gespräche mit der Landesregierung sind anberaumt. Was die Schließung für die rund 400 Mitarbeiter des Krankenhauses bedeutet, ist bislang nicht bekannt. Die Reha-Einrichtungen der ctt im Saarland sind nicht betroffen.

Das Krankenhaus (208 Betten) ist offenbar nicht mehr in der Lage, seine laufenden Kosten zu decken. Zudem drückt den Träger ein gewaltiger Sanierungsstau von 32 Millionen Euro. Ein Gutachter schrieb 2017 zum Caritas-Krankenhaus Lebach: „Das Bestandgebäude aus dem Jahr 1976 weist so hohe Defizite im Brandschutz und bei der Gebäudetechnik auf, dass eine tiefgreifende Sanierung erforderlich ist. Darüber hinaus sind in den Obergeschossen zeitgemäße Stationsstrukturen nicht gegeben und auch nicht umsetzbar.“ Der Brandschutz ist in Lebach bereits seit vielen Jahren ein Problem.

Deshalb hatte die ctt eigentlich vor, das Bettenhaus komplett neu zu bauen. 2019 sollten die Bauarbeiten beginnen und 2022 beendet sein. „Dies ist wirtschaftlich wie auch von den Prozessabläufen her allemal vernünftiger als eine umfassende Sanierung im Bestand, insbesondere mit Blick auf die brandschutztechnischen Vorgaben“, erklärten die Geschäftsführer vor zwei Jahren.
Anfang 2019 ließ die ctt auf dem Krankenhausgelände Bäume roden, um Platz für den Neubau zu schaffen, dessen Kosten auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag taxiert wurden. Das Land wäre bereit gewesen, etwa die Hälfte davon zu übernehmen.

Das Aus für Lebach wirft nun umso drängender die Frage auf, wie die stationäre Versorgung im Saarland künftig aussieht. Nach der Schließung von Wadern war ursprünglich vorgesehen, dass die Krankenhäuser in Lebach, Losheim, St. Wendel, Hermeskeil und Merzig die stationäre Versorgung für die Menschen im Nordsaarland absichern sollen. Doch jetzt fällt Lebach weg. Und über Losheim sagt selbst der Träger Marienhaus, dass die dortige Struktur mit einer kleinen Inneren Medizin und einer konservativen Orthopädie, die zunehmend unter dem Druck der Krankenkassen steht, nicht überlebensfähig ist.