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Kinderhilfe Chillan veranstaltet wieder einen Hungermarsch

Kinderhilfe Chillan : Der andere Hungermarsch soll helfen

Viele Termine, bei denen Hilfsvereine Spenden sammeln, sind ausgefallen – auch die der Kinderhilfe Chillan. Die will dagegen jetzt was tun.

Die Kinderhilfe Chillan unterstützt Projekte in Chile und in Togo. Das wird aktuell schwierig: Wegen der Covid-19-Pandemie sind in diesem Jahr mehrere traditionelle Benefizveranstaltungen ausgefallen. Dadurch fehlen Spenden.

Der bekannte Hungermarsch soll deswegen nicht ausfallen. Am Sonntag, 11. Oktober, wird er stattfinden – wenn auch in abgewandelter Form. Los geht es mit einem Gottesdienst um 10 Uhr in der Lebacher Pfarrkirche (Anmeldung unter www.pg-lebach.de/gottesdienste). Der Gottesdienst wird auf Youtube/Pfarrei Lebach übertragen. Und im Anschluss soll der Hungermarsch beginnen. Die Kinderhilfe Chillan hofft, dass dabei Spenden zusammenkommen, auch wenn Mittagessen und Kuchenverlauf entfallen müssen.

Hilfe tut Not, denn die Ausbreitung des Virus ist besorgniserregend. Die wirtschaftliche Lage etwa in Togo ist schlecht. Tagelöhnern fehlt der Verdienst. Sie und ihre Familien sind von Hunger und Krankheit bedroht. Umso wichtiger ist daher die finanzielle Unterstützung der Projekte in Togo: Bezuschussung der Landschule Hangoumé (trotz Corona Essensausgabe an 300 Schüler in Kleingruppen und mit Sondergenehmigung) Unterstützung des medizinischen Zentrums in Lomé/Adamavo Stipendien für Schüler und Studenten, Ausbildung von Blinden zu Krankengymnasten, Mitfinanzierung der Blindenschule in Togoville, Hilfe für Aidswaisen, um nur einige zu nennen.

In einem Brief von Schwester Florence Nayo, die in einem medizinisch-sozialen Zentrum arbeitet, das sich auch um HIV-Kranke kümmert, heißt es: „300 Kinder bis 15 Jahren werden betreut. Die meisten dieser Kinder und ihre Familien, die von HIV/Aids betroffen sind, leben in großer Unsicherheit und Armut. Waisen und gefährdete Kinder sind durch die Krankheit und den Tod ihrer Eltern völlig traumatisiert. Sie sind oft Opfer von Diskriminierung und sozialer Ablehnung. Jugendliche Waisen oder gefährdete Kinder kümmern sich um ihre kranken Eltern und/oder Geschwister, ohne jede Form der Vorbereitung oder Hilfe.“ Schwester Florence schildert schlimme Zustände. Es gibt Kinder, die von Verwandten der Kranken zurückgewiesen werden, weil sie für die Krankheit verantwortlich gemacht werden. Viele der Kinder entwickeln Schuldkomplexe.

Die Schwester dankt für Unterstützung wie von der Kinderhilfe Chillan. Sie schreibt: „Dank Ihrer Spenden konnten wir für alle infizierten und betroffenen Kinder Lebensmittelpakete mit hohem Nährwert zur Verfügung stellen sowie Medikamente kaufen und die medizinische Untersuchung für die bedürftigsten Kinder ermöglichen.“ Seit März ist wegen Covid-19 der Transport zwischen den Ortschaften sehr kompliziert geworden, berichtet sie. „Viele Kinder und Eltern können nicht mehr in unser Zentrum kommen. Zum Glück konnten wir dank Ihrer Hilfe die Hausbesuche intensivieren.“ Fazit und Appell der Schwester lauten: „Es sind noch viele Herausforderungen zu bewältigen, um diesen Kindern zu helfen. Aber was wir dank Ihrer Hilfe tun konnten, ist bereits großartig. Wir sind Ihnen sehr dankbar. Wir zählen weiterhin auf die Vorsehung, die sich Menschen von großer Sensibilität und Großzügigkeit wie Sie zunutze macht.‘‘

Anmeldungen zum Hungermarsch per Mail an hoffeld_chillan@t-online.de oder unter Telefon (0 68 81) 33 71.