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KEB
Korken sammeln für gute Zwecke

 Vereinte Korkensammler (von links): Erika Knaubert, Manfred Wirth, Martin Kleinbauer (KEB), Walter Knaubert, Zoran Wilhelm (KEB)
Vereinte Korkensammler (von links): Erika Knaubert, Manfred Wirth, Martin Kleinbauer (KEB), Walter Knaubert, Zoran Wilhelm (KEB) FOTO: Gerhard Alt
PACHTEN/LEBACH. Die KEB in Lebach setzt die langjährige Korkensammelaktion fort.

Walter Knaubert aus Pachten sammelt mit einem Team aus der Familie und Nachbarschaft Flaschenkorken. Er zählt sie nicht alle einzeln, weiß aber ziemlich genau, wie viele in einen der großen, reißfesten Sammelsäcke passen: zirka 8000. Im Keller seines Hauses stehen zurzeit 25 Säcke bereit. „Das sind 200 000 Stück“, erklärt Knaubert. Bereits seit 2006 sammelt sein Team Korken. Er hat genau Buch geführt: „Insgesamt 8,112 Millionen Korken bis jetzt.“ Mit „bis jetzt“ markiert Knaubert zugleich eine Veränderung: Aus Altersgründen steigt er aus der Aktion aus, ermunterte aber die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) im Kreis Saarlouis zur Fortsetzung. Die KEB holt nun die Korken von Sammelstellen in Rathäusern, Restaurants und Einrichtungen ab und deponiert sie bei ihren Werkstätten in Lebach. Dort – und nicht mehr bei Walter Knaubert – werden sie von einer Spedition abgeholt und der weiteren Verwendung zugeführt.


Mit dem Korksammeln sind mehrere gute Zwecke verbunden. Die gesammelten Korken werden in einer Fabrik in Baden-Württemberg zu Granulat verarbeitet. Daraus entstehen wertvolle Baumaterialien wie Dämmstoffe, Bodenbeläge und auch Paletten. Der Erlös aus dem Verkauf fließt in die Arbeit der Diakonie Kork. Passend dazu heißt der Stadtteil von Kehl am Rhein tatsächlich Kork. Dort betreibt die Diakonie eine Einrichtung mit 1100 Betten und Plätzen inklusive Diagnostik, Fachklinik, Therapie, Versorgung und Anleitung für epilepsiekranke Menschen, die zusätzliche Beeinträchtigungen haben (siehe www.diakonie-kork.de). Deshalb steht die Sammelaktion unter dem Motto „Korken für Kork“.

Zu dem sozialen Zweck kommt ein ökologischer. Kork ist ein wertvoller nachwachsender Rohstoff und wirklich zu schade, nur einmal genutzt zu werden. Im südlichen Portugal und Spanien wachsen die Korkeichen in Landschaften, die den Streuobstwiesen hierzulande ähneln. Aus ihrer abgeschälten Rinde werden Flaschenkorken und Baumaterialien hergestellt. Mit dem Bio-Boom wuchs die Nachfrage nach dem natürlichen Baumaterial, und es kam zu einer Übernutzung der Korkeichen. Es dauert sieben bis zehn Jahre, bis die Korkrinde nachgewachsen ist und erneut geerntet werden kann. Und von der Neupflanzung bis zur ersten Ernte vergehen 25 Jahre. Außerdem sind die Korkeichen ein wichtiger Lebensraum; dort überwintern beispielsweise Kraniche. Korken sammeln dient somit auch dem Natur- und Landschaftsschutz.



Inzwischen werden Weinflaschen auch mit Schraubverschluss, Kronkorken oder Stopfen aus Kunststoff oder Silikon verschlossen. Für Walter Knaubert und sein Team bedeutete dies, dass die abgegebenen Korken auch noch aufwändig sortiert wurden. Deshalb wird gebeten, nur echte Naturkorken abzugeben. Dies ist an den verschiedenen Sammelstellen möglich, aber auch direkt bei der KEB. Abgabestellen bei der KEB sind: in Lebach, Mottener Straße 111a, sowie in Dillingen, Merziger Straße 80, montags bis donnerstags von 7.30 bis 16.30 Uhr, freitags 7.30 bis 15.30 Uhr. Einrichtungen und Restaurants können einen Abholtermin mit der KEB vereinbaren.

Information: Martin Kleinbauer (KEB), Telefon (0 68 81) 5 34 46.

(gal)