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Erhalt des Schulschwimmbeckens in Lebach gefordert
Junge Union Lebach sieht „fatales Zeichen“

Lebach. Dass das Lehrschwimmbecken der Förderschule Lebach geschlossen bleibt, stößt auf Unverständnis.

Dass das Lehrschwimmbecken der Förderschule Lebach geschlossen bleibt (wir berichteten), hat im Umfeld Reaktionen ausgelöst. In einer Pressemitteilung fordert die Junge Union Lebach den Erhalt des Lehrschwimmbades. Er sei geradezu unerlässlich, um den Schwimmunterricht für Menschen mit Handicap zu gewährleisten. In Zeiten, in denen die Thematik der Inklusion sehr weit oben auf der politischen Agenda stehe, wäre es ein fatales Zeichen, das Lehrschwimmbecken komplett zu schließen.


Auch der ehemalige Schulleiter an der Sonderschule für Blinde und Sehbehinderte in Lebach, Stefan Kautz, hat sich in einem Brief, der der Redaktion vorliegt, nachdenklich geäußert. Über die Bedeutung des Schwimmens für die körperliche, geistige und seelische Entwicklung dieser Sinnes geschädigten Kinder könnte man ganze Abhandlungen schreiben. Fakt sei, dass der Schwimmunterricht diesen behinderten Menschen die Möglichkeit gibt, lebenslang eine Sportart zu betreiben, die neben dem gesundheitlichen Aspekt auch die Möglichkeit der gesellschaftlichen Integration bietet. Voraussetzung: Man hat das Schwimmen erlernt. Aber wo und von wem sollen blinde und gehörlose Kinder „draußen“ das Schwimmen erlernen, fragt Kautz. Er befürchtet, dass die Kosten für eine Reparatur zu hoch sind, ein wirtschaftliches Abwägen führe zur Stilllegung des Schulschwimmbades.

Auch Friedel Scherer, der als Lehrer an der Blinden- und Sehbehindertenschule 30 Jahre mit Schwerpunkt Sport unterrichtet hat, weiß, wie wertvoll dieses Bad mit seinen Orientierungshilfen (bauseits) für blinde Kinder – aber auch für Erwachsene Blinde – gestaltet wurde. Sie können sich selbständig darin orientieren (die Sportanlagen in Lebach wurden modellhaft nach den Plänen des Schulbauinstituts der Länder für Blinde und Sehbehinderte gebaut). Und dass ein Ausweichen in andere Bäder praktisch unmöglich ist. Scherer wendet sich mit seinem Brief an Bildungsminister Ulrich Commerçon und betont, dass die Mittelbeschaffung für die Reparatur des Schulbades sicher nicht einfach sei, auf der anderen Seite aber mit einer kompletten Schließung des Bades den Schwerbehinderten eine wesentliche Bildungschance genommen werde.



In der Petition Change.org ist ein Kommentar der Landesärztin, Professor Dr. Barbara Käsmann-Kellner, nachzulesen: „Man sollte nur dort sparen, wo man es sich leisten kann. Und ausgerechnet an den Sinnes von behinderten Kindern und Jugendlichen sollte es nicht sein.“