Jugendliche loben die Ruhe

Lebach. Der Landesjugendring Saar und die Hochschule für Technik und Wirtschaft haben saarlandweit eine Umfrageaktion unter Jugendlichen gestartet (wir berichteten). Rund 1900 junge Menschen zwischen 13 und 21 Jahren haben sich beteiligt. Die Fragen drehten sich um Freizeit-, Konsum- und Bildungsangebote in den einzelnen Kommunen

 Bei vielen Jugendlichen in Lebach ist das frisch renovierte Hallenbad beliebt. Foto: Hartmann Jenal
Bei vielen Jugendlichen in Lebach ist das frisch renovierte Hallenbad beliebt. Foto: Hartmann Jenal

Lebach. Der Landesjugendring Saar und die Hochschule für Technik und Wirtschaft haben saarlandweit eine Umfrageaktion unter Jugendlichen gestartet (wir berichteten). Rund 1900 junge Menschen zwischen 13 und 21 Jahren haben sich beteiligt. Die Fragen drehten sich um Freizeit-, Konsum- und Bildungsangebote in den einzelnen Kommunen. Im Kreis Saarlouis wurde diese Aktion in Saarlouis, Dillingen, Lebach und Schmelz durchgeführt. Die Landesgesamtnote liegt bei der Schulnote 3,0. Lebach (54 Befragte) schneidet mit einer Gesamtnote von 3,3 bei der Kinder- und Jugendfreundlichkeit im Kreis- und Landesvergleich schlechter ab. Gleichwohl ist das Ergebnis aufgrund mehrerer Aspekte zu relativieren. Karsten Ries erklärt dies wie folgt: "Mit jeweils rund einem Fünftel ist der Anteil der 19- bis 21-Jährigen sowie der Jugendlichen mit Migrationshintergrund etwa doppelt beziehungsweise fast dreimal so groß wie im Saarland insgesamt. Zudem liegt der Anteil der nicht vereinsgebundenen Jugendlichen merklich höher - allesamt Faktoren, die einen signifikanten Einfluss auf die Bewertung ausüben." Lebach wird als überdurchschnittlich religiös und spießig wahrgenommen sowie etwas ungepflegt, etwas weniger sympathisch und weniger abwechslungsreich. Aus Sicht der Jugendlichen rangiert die Stadt bei den Punkten Gemütlichkeit, Weltoffenheit, Lockerheit und Sicherheit unter dem Durchschnitt. Bei den Pluspunkten werden von den Jugendlichen die zentrale Lage und Ruhe der Stadt genannt sowie die überwiegende Freundlichkeit der Menschen. Verbesserungswürdig scheint tendenziell auch der Umgang mit ausländischen Jugendlichen zu sein sowie insbesondere die Kommunikation zwischen Politik und Jugend, die mehr Mitspracherechte fordert. Auf Nachfrage der Saarbrücker Zeitung beim Pressesprecher der Stadt Lebach, Toni Bartz, ob es denn schon konkrete Vorschläge gebe, heißt es: "Wir müssen die Ergebnisse erst analysieren", sagt Bartz. "Wir hatten keine Gelegenheit, uns darüber Gedanken zu machen." Natürlich werde man sich mit dem Jugendpfleger zusammensetzen und dann sehen, welche Erkenntnisse man daraus ziehe, ob man etwas ändern müsse, und wenn ja, wie konkret das aussehen solle.