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Jeden Monat 20 neue Flüchtlinge

Homburg. 160 Flüchtlinge sind seit Oktober 2013 nach Homburg gekommen, verteilt von der Landesaufnahmestelle in Lebach, 17 stehen noch in der Warteschleife, um die 20 weitere werden jeden Monat erwartet: Die Stadt ist ziemlich am Ende mit freiem Wohnraum. In einer Halle will man die Menschen aber nur im äußersten Notfall unterbringen. Ulrike Stumm

Es gibt in der ganzen Thematik rund um die Flüchtlinge , die nach Homburg kommen und schon hier leben, auch positive Seiten: Die Stimmung sei, bis auf wenige Ausnahmen, sehr offen, es gebe eine gute Willkommenskultur, sagt die städtische Beigeordnete Christine Becker. Zudem werde an vielen Stellen ehrenamtlich und nachbarschaftliche Hilfe angeboten. Dennoch: Die Probleme sind erdrückend. Besonders bei der Unterbringung sieht es nicht gut aus. "Wir sind ziemlich am Ende mit freiem Wohnraum", sagt Ingrid Braun, Leiterin des Amtes für Frauen, Jugend, Senioren und Soziales, und sie nennt Zahlen.

160 Flüchtlinge sind seit Oktober 2013 nach Homburg gelangt, 17 stehen noch in der Warteschleife, jeden Monat kommen 17 bis 20 weitere hinzu, alle verteilt von der Landesaufnahmestelle in Lebach . So gut wie alle stammen in der jüngsten Zeit aus Syrien. "Ich hoffe, dass sich Menschen in Homburg bereit erklären, die Leute, die schon einige Zeit da und anerkannt sind, die also einen Aufenthaltstitel haben, direkt zu vermieten", sagt Ingrid Braun. Könnten diese in eigenem Wohnraum leben, gebe es in den von der Stadt angemieteten Wohnungen wieder Platz für diejenigen, die neu kommen, so die Hoffnung. Auch die Kirchen machten sich Gedanken, wo sie noch Räume zur Verfügung stellen könnten, ergänzt Christine Becker. "Wir leben von der Hand in den Mund", macht Braun zur jetzigen Situation deutlich. Und eine Unterbringung in einer Turnhalle sollte wirklich die allerletzte Lösung sein, zumal es auch die schlechteste sei, betonen die beiden Frauen. Sie können jedoch nicht ausschließen, dass es dennoch so weit kommt, wenn der Zustrom so bleibe. Sie hoffe, dass dies nicht passiere, betont Braun: "Wir versuchen alles, um die Leute anders unterzubringen."

Wohnungen zu finden, herzurichten, zu schauen, dass alles fertig ist, kostet auch Zeit. Zwei Kolleginnen seien hier hauptsächlich eingebunden, "obwohl sie eigentlich noch andere Aufgaben haben", betont Braun. Auch für sie selbst ist das Thema Unterbringung der Flüchtlinge und alles, was damit zusammenhängt, ein Schwerpunkt. Ab 1. Mai bekommen sie personelle Unterstützung: Der neue Kollege solle noch mehr als Ansprechpartner da sein, erläutert Braun.

Die Unterbringung der Menschen ist das eine, sie müssen sich aber auch zurechtfinden. Hilfe gibt es an etlichen Stellen: von Organisationen wie der Caritas oder der Arbeiterwohlfahrt über einen neu gegründeten Verein bis zu privaten Initiativen. "Es sind Strukturen am Entstehen, aber es gibt noch keinen Rahmen, kein Gerüst, so dass man sagen könnte: die machen das, und die machen das", macht die Beigeordnete Becker deutlich. < Bericht folgt

Wer Wohnungen - alle Stadtteile sind erwünscht - anbieten kann, der kann sich beim Amt für Soziales der Stadt Homburg melden: Telefon (0 68 41) 10 11 16 oder 10 11 14.