Fußgängerzone Lebach , Foto Grafik, Kommentar: Intensiver Ideenaustausch „unner der Breck“

Fußgängerzone Lebach , Foto Grafik, Kommentar : Intensiver Ideenaustausch „unner der Breck“

Die Lebacher Fußgängerzone soll umgestaltet werden. Wie sie aussehen könnte, wurde bei einem Planer-Afterwork vorgestellt.

Wie wird die Fußgängerzone in  Lebach 2030 aussehen? Die Planungen dazu werden immer konkreter. Bei einem Planer-Afterwork stellte  Stefan Jacobs vom Planungsbüro Ernst &  Partner  über 40 interessierten Bürgern und Immobilienbesitzern die Pläne vor Ort vor. Unner der Breck, im Bereich der jetzigen Postfiliale und am Rathaus  wurden Tafeln ausgestellt mit den jeweiligen Planungsvorschlägen. Bürger haben nun  die Möglichkeit, neben den Tafeln schriftlich Anregungen zu geben, aber auch Kritik zu äußern.

Die geplante Verkehrsführung, die Erschließung der Theel und die Verlagerung des Veranstaltungsortes unner der Breck vor das Rathaus, zählten zu den stärksten Kritikpunkten der Zuhörer. Auch wurde immer wieder nachgefragt, wie die Zeitschiene aussehe.  Stefan Jocobs, Bürgermeister Klauspeter Brill und Bauamtsleiter Michael Wagner mussten sehr viel Überzeugungsarbeit leisten. Man müsse den Plan als Ganzes sehen. Ein Umdenken in den Köpfen müsse stattfinden. Sicherlich, der Platz unner der Breck entwickele sich immer mehr zu einem Mittelpunkt. Veranstaltungen vor dem Rathaus ziehen weniger Publikum an. Auch bezweifelte ein Bürger, ob es Sinn mache, die Theel für Fußgänger zugänig zu machen. „Ob Lebacher sich dort auf die Stufen setzen?“, fragte er. Einen Radweg dort Richtung Eppelborn und St. Wendel zu bauen, das wurde von allen für gut befunden.

Jacobs kam nicht nur wegen der schwülen Witterung ins Schwitzen. Er versuchte immer wieder, den Zuhörern die gesamte Planung zu vermitteln. Auch wurde er nicht müde, das Potenzial  hervorzuheben, das Lebach habe. Eine Fußgängerzone, einen Fluss und  ausreichend Parkplätze (1080). Letztere müssten allerdings „ertüchtigt“ werden. Die Tiefgarage unter dem Rathaus werde kaum genutzt, auch das Parkhaus neben dem Hallenbad bräuchte ein neues Erscheinungsbild, vielleicht auch ein Dach, das für Fotovoltaik genutzt werden könne. Auch die Dächer des Hallenbades und Rathauses könnten dafür verwendet werden.

Zweifel wurden auch laut in Bezug auf den Verkehr. Dass alle Verkehrsteilnehmer gleich berechtigt sein sollen, sei kaum vorstellbar. Ein externes Verkehrsgutachten sieht nämlich nur eine Vorfahrtregelung am Kreisel vor.

Die Rückseiten der Gebäude in der Fußgängerzone wurden bei den Planungen gleichwertig mit einbezogen. Je nach Nutzung der Gebäude sollen die Flächen davor und dahinter entsprechend gestaltet werden. Bei einem Mehrgenerationenhaus können sich die Planer zum Beispiel eine Schachfläche davor vorstellen, bei einem Kulturzentrum  ein Kunstobjekt. Und überall viel Grün. Natürlich muss  dabei auch an Verschattung gedacht werden.

Eine Zuhörerin machte den Vorschlag, die Theel zu stauen, damit eine größere Wasserfläche entstehe. Solche Ideen werden aufgenommen und geprüft, betonte Jacobs. Das Thema Hochwasser wurde ebenfalls diskutiert. Wird das Theelufer als Erholungsfläche erschlossen, was ist bei Hochwasser? Auch hierfür gebe es Lösungsvorschläge, ebenso, dass das Ufer auch barrierefrei angelegt werde.

Als ersten Schritt versprach Bürgermeister Brill, den Uferbereich bei dem Rundpavillon roden zu lassen. Damit könne ein erster neuer Eindruck entstehen. Auch können sich spätestens Anfang des nächsten Jahres, Immobilienbesitzer über  eventuelle Fördermittel und Zuschüsse beraten lassen. Bis dahin müsse das Energiekonzept stehen, damit jeder weiß, wie zum Beispiel die Energieversorgung in der Fußgängerzone aussehen werde.

So könnte es einmal aussehen, wenn die Lebacher Fußgängerzone auf Vordermann gebracht worden ist. Verantwortlich für diesen Entwurf ist das Planungsbüro Ernst & Partner aus Trier. Foto: ernst+partner

Ein weiteres Planergespräch in Form einer Planerfrühstücks ist am Donnertag, 24. August, 10 Uhr. Treffpunkt ebenfalls unner der Breck.

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