In zwei Jahren: Energie aus Wind

In zwei Jahren: Energie aus Wind

In Lebach sollen zwei Windparks mit insgesamt 15 Windrädern entstehen. Die Stadtverwaltung und der Bauherr, die RAG Montan Wind, haben bei der Informationsveranstaltung „Energie im Gespräch“ das Projekt vorgestellt.

Wer kommt für Schäden auf? Warum gab es einen Betreiberwechsel? Sind die Windräder erdbebensicher? Das waren nur einige der Fragen bei der Informationsveranstaltung "Energie im Gespräch", zu der die Stadt Lebach und der Bauherr, die RAG Montan Wind, in die Stadthalle eingeladen hatten. Gut 80 Bürger waren erschienen. Vorab gab es kurze Erläuterungen zu den zwei geplanten Windparks und der Energiewende .

Rudolf Krumm, Geschäftsführer Montan Wind, gab einen Gesamtüberblick. Im Stadtgebiet sollen zwei Windparks mit insgesamt 15 Windrädern gebaut werden (wir berichteten mehrmals). Im Gohlocher Wald bei Landsweiler, drei Anlagen, und Lebach Nord. Zu Lebach Nord zählen Bruchwald, oberhalb des Krankenhauses mit fünf Windrädern, der Große Spechenwald, ebenfalls fünf Anlagen im Dreieck Gresaubach, Thalexweiler Niedersaubach, und im Dörrenbacher Wald, zwei Anlagen östlich der A 1, Autobahnauffahrt. Fotomontagen zeigten, wie die Landschaft mit den Windrädern aussehen werde. Mitte/Ende 2016 sollen die ersten Anlagen im Gohlocher Wald in Betrieb gehen.

Es sei nicht sicher, ob alle Anlagen gebaut würden, erklärte Bürgermeister Klauspeter Brill. Es seien noch nicht alle Genehmigungen durch. Als Erfolg meldete Brill, dass im Gohlocher Wald die drei Anlagen südlich des Weges gebaut würden. Somit betrage der Abstand zur Bebauung 990 Meter. Astrid Klug bezog seitens des Wirtschaftsministeriums Stellung zum Stand "erneuerbarer Energien". Derzeit komme im Saarland zehn Prozent des Stromes aus erneuerbaren Energien, 20 Prozent bis zum Jahr 2020 werden angestrebt. Auch Dr. Michael Brand, Institut für Zukunfts-Energie-Systeme, betonte, dass es nicht um die Energiewende allein gehe, es müsse auch Energie gespart werden.

Es sei noch nicht geklärt, welcher Hersteller den Zuschlag für die Windräder bekomme, erklärte Krumm auf die Frage, inwieweit saarländische Unternehmen den Zuschlag bekommen könnten. Zog vielleicht der erste Betreiber (Stadtwerke Speyer) sein Angebot zurück, weil die Anlagen im Gohlocher Wald nicht rentabel genug seien?, wollte eine Besucherin wissen. Die Zusammenarbeit sei nicht wegen zu geringer Windhöffigkeit gescheitert, merkte Brill an, sondern aufgrund der Gesetzesänderungen (EEG). Erdbebensicher seien die Windräder , versicherte Krumm. In gefährdeten Gebieten werden die Türme verstärkt, entsprechende Gutachten erstellt. Für Schäden muss der Eigentümer aufkommen, so Krumm. Ein halber Hektar Fläche geht pro Windrad verloren. Die Feldwirtschaftswege müssen stark verbreitert werden, das sei eine Verbesserung. Die Zufahrstraßen würden vorher und nachher dokumentiert. Moderiert wurde die Veranstaltung von Rupert Ahrens, Marketingbüro A&B.

Meinung:

Bedenken bleiben

Von SZ-RedakteurinMonika Kühn

Die Besucher erlebten eine gute und informative Veranstaltung. Dazu trug auch Moderator Rupert Ahrens bei, der immer wieder zusammenfasste, die Fragen der Besucher nicht aus dem Auge verlor und alle Themenfelder anspreche wollte. Doch alle Bedenken konnten nicht ausgeräumt werden. Der massive Eingriff in die Natur liegt den Menschen am Herzen. Auch die Standortwahl, wie bei Thalexweiler, wurde hinterfragt. Da überlegen viele, ob dies das alles wert ist. Sind die Standorte wirklich so gut, wie sie vermarktet werden?

Mehr von Saarbrücker Zeitung