Hymnen der Bergleute

Lebach. Wenn der Steigermarsch erklingt, dann kriegen sogar Bergbaugegner weiche Knie, so ergreifend dringt diese "Hymne der Bergleute" ins Gemüt

Lebach. Wenn der Steigermarsch erklingt, dann kriegen sogar Bergbaugegner weiche Knie, so ergreifend dringt diese "Hymne der Bergleute" ins Gemüt. Und als Saarknappenchor und Bergkapelle das Steigerlied zum Abschluss eines sehr schönen Konzertes gemeinsam intonierten, standen mehr als 400 Menschen in der Stadthalle des Bergbau-skeptischen Lebach von den Stühlen auf, klatschten, sangen und summten mit. Es war sozusagen ein haushoher Sieg der Musikalität über den bergbaupolitischen Alltag. Der Chor bestritt den ersten Teil des Abends mit einem schillernden Potpourri weltlicher Literatur. Das reichte vom romantischen Schubertlied über Opernhaftes von Rossini bis hin zum Gospel und dem "Montanara"-Lied der Berge. Das Ensemble nimmt im Mai am deutschen Chorwettbewerb in Dortmund teil und trug in Lebach etliche Titel vor, die auch dort gesungen werden. Leiter Joachim Oehm fand, dass der Auftritt "sehr gut gelaufen" sei. Diesem Urteil schlossen sich auch die Sänger des Lebacher Männerchores an, die extra ihre Probe verschoben hatten, um dem Konzert lauschen zu können. "Ein Ohrenschmaus", brachte es Klaus Mäder auf den Punkt. Das große Blasorchester, das gerade einmal so auf die Lebacher Bühne passte, verlangte vom Publikum zunächst ein wenig Versenkung. Es wird in diesem Jahr 190 alt, und Dirigent Bernhard Stopp wählte deshalb bevorzugt konzertante Werke aus den frühen Tagen beziehungsweise mit Bezug dazu. Mendelssohn-Bartholdys Ouvertüre für Harmoniemusik und Sepp Tanzers Suite "Tirol 1809" sind nicht eingängig und gefällig, erlaubten dem Orchester aber, sich in seiner Gänze in Szene zu setzen. Das begeisterte Publikum ließ sich aber gern auf diesen Abstecher in die Geschichte ein und feierte den Gast-Trompeter Florian Geibel für seine Variationen über den Karneval von Venedig. Bei einem grandiosen Western-Medley ließ die Bergkapelle dann die Pferde von heute rennen. Die Verantwortlichen der Lebacher Tafel hatten ein gutes Händchen mit der Veranstaltung, für die kein Eintritt erhoben wurde. Die Besucher wurden lediglich um eine Spende zu Gunsten der Tafel gebeten. Es wurden auch große Scheine gegeben. Die Künstler verzichteten auf Gage, die Stadt auf Hallenmiete, so dass der Tafel zum Geburtstag am 9. April eine stattliche Summe zufließen sollte. Das Geld wird zum Kauf eines Kühlfahrzeuges gebraucht.

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