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| 20:20 Uhr

Graf-Haeseler-Kaserne in Lebach erhielt am Dezember ihren Namen
Graf Haeseler entschied sich für Landwirtschaft statt Stellungskrieg

Dieses Foto zeigt Graf Gottlieb von Haeseler im Felde.
Dieses Foto zeigt Graf Gottlieb von Haeseler im Felde. FOTO: Kiefer
Lebach/Harnekop . Der Name Graf Haeseler ist fest mit Lebach verbunden. Auch als Namenspatron der Lebacher Kaserne. Über das Leben des Generalfeldmarschalls gibt es einige neue Erkenntnisse. Von Fred Kiefer

Der Metzgermeister und Heimatforscher Wolfgang Riehm, früher in Eidenborn, heute in Schillingen beheimatet, schickte der SZ-Redaktion in Lebach bislang unbekannte Informationen zum Leben des Generalfeldmarschalls Gottlieb Graf von Haeseler. Der Bericht befasst sich überwiegend mit dem Leben des Soldaten nach dessen Ausscheiden aus dem Militärdienst im Jahr 1903.
Von Haeseler ist 1836 auf Gut Harnecop bei Wriezen in der früheren Provinz Brandenburg geboren und dort im Jahr 1919 gestorben. 1890 zum General der Kavalerie befördert, befehligte er bis zu seiner Entlassung das XVI. Armeekorps in der Festung Metz. 1905 wurde er bereits als Pensionär zum Generalfeldmarschall ernannt. Auf eigene Bitte hin begleitete er mit Einwilligung von Kaiser Wilhelm sein früheres Armee-Korps als Beobachter an die Westfront.
Nach wenigen Monaten im Felde kehrte er jedoch auf seinen Gutshof bei Harnecop zurück, um sich wie vor dem Krieg der Landwirtschaft zu widmen. Der Stellungskrieg im Westen war dem Bewegung gewohnten Ulanen-General verhasst. Heimatforscher Riehm erfuhr erst 70 Jahre später, dass der spartanisch lebende Mann auch ein erfolgreicher Landwirt war, der als Gutsverwalter für die damalige Zeit ungewohnte Wege ging. So ließ er, wie Riehm erfuhr, keinen gesunden Baum fällen. Zudem lehnte er die intensive Landbewirtschaftung ab. Seine Zuchtschafe verkaufte er bis nach Südafrika und das Obst lieferte er nach Berlin. Schon gleich nach seiner Pensionierung, zu Beginn seiner Tätigkeit als Landwirt, besuchte er täglich den Gutshof, seine Mitarbeiter, die Tiere und die Felder und Wälder. Diese Gewohnheit behielt er auch nach seiner Rückkehr aus dem ersten großen Krieg im Jahr 1915 bei.
Riehm hat noch weitere Details aus dem Leben des Grafen Haeseler zusammen getragen. So zum Beispiel auch eine Geschichte aus dem Lesebuch seines Großvaters: Der damalige General von Haeseler habe einem Meldereiter befohlen zu einem alleine stehenden Baum zu reiten, um zu erkunden, was es für ein Baum sei. Bei seiner Rückkehr zog der Reiter einen Zweig aus seinem Stiefel und zeigte ihn dem Auftraggeber. Dieser soll den Soldaten mit den Worten gelobt haben „Famos mein Sohn, es ist ein Birnbaum“.
Die Kenntnisse aus dem Leben des Namensgebers der Lebacher Kaserne hat Riehm von seinem Großvater sowie vom Freundeskreis „Graf Haeseler Harnecop-Sternebeck“ erfahren.