Gleitschirmflieger suchen das Gespräch

Gleitschirmflieger suchen das Gespräch

Steinbach. Seit März vergangenen Jahres darf die Arbeitsgemeinschaft Gleitschirm der Bundeswehr auf dem Standortübungsplatz auf Höchsten ihren Sport ausüben. Dabei starten und landen sie von der Höll aus (wir berichteten). Das Brummen der Motoren störe die Beter und Pilger, die zur Kapelle nach Höchsten kommen, meint der Kirchengemeinderat St. Aloysius Steinbach-Dörsdorf

Steinbach. Seit März vergangenen Jahres darf die Arbeitsgemeinschaft Gleitschirm der Bundeswehr auf dem Standortübungsplatz auf Höchsten ihren Sport ausüben. Dabei starten und landen sie von der Höll aus (wir berichteten). Das Brummen der Motoren störe die Beter und Pilger, die zur Kapelle nach Höchsten kommen, meint der Kirchengemeinderat St. Aloysius Steinbach-Dörsdorf.

Martin Hammer und Heinz Pusse gehören zu den Gleitschirmfliegern. Oberstabsfeldwebel Hammer tut Dienst in der Graf-Haeseler-Kaserne in Lebach und leitet die AG Gleitschirm. Er ist stellvertretender Vorsitzender der katholischen Arbeitsgemeinschaft Soldat und Freizeit, die durch den Militärbischof unterstützt wird. "Die AG wurde für Soldaten eingerichtet, die aus Auslandseinsätzen zurückkommen, um diesen eine Plattform zu bieten, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten", betont Hammer. Aus versicherungstechnischen Gründen wurde der gemeinnützige Verein Gleitschirmjäger Saar gegründet. Er hat 25 Mitglieder, erklärt Vorsitzender Heinz Pusse. Von diesen fliegen nur zehn mit Motor, die übrigen sind Inaktive oder nur Gleitschirmflieger. Die Gleitschirmflieger haben einen Mitnutzungsvertrag mit der Liegenschaftsverwaltung der Bundeswehr abgeschlossen, haben die Genehmigung der Jäger und ein Geländegutachten erstellen lassen. Zurzeit laufe ein Antrag beim Wirtschaftsministerium, damit das Gelände auch von zivilen Personen genutzt werden könne. Fünf Gleitschirmflieger besitzen die Genehmigung von Tanneck aus zu starten und landen. Drei Mitglieder dürfen weder von Höchsten noch von Tanneck aus fliegen, erklärt Pusse. "Wir wollen auch andere und Jugendliche für diesen Sport begeistern", so Hammer, aber dafür bedürfe es der Genehmigung. Durch ihren Sport wollen die Gleitschirmflieger keineswegs die Beter oder Wallfahrer auf Höchsten stören. Sie fliegen auch nie über die Kapelle, schon aus Sicherheitsgründen nicht, denn durch den Steinbruch in deren Nähe bekämen sie schnell Probleme mit Turbulenzen. Auch weisen beiden darauf hin, dass sie in entgegengesetzter Richtung zur Kapelle, also Richtung Limbach oder Neipel starten. Es könnte allerdings sein, dass sie dann über Wallfahrer, die aus diesen Orten kommen, fliegen.

Die Gleitschirmflieger suchen nun das Gespräch, am besten an einem runden Tisch mit dem Kommandeur und Vertretern der Kirchengemeinde. Es soll eine Lösung zu aller Zufriedenheit gefunden werden. Flugtermine könnten zum Beispiel vertraglich festgelegt werden. Stolz sind die Gleitschirmflieger, dass sie vor ein paar Jahren eine Haschisch-Plantage in unmittelbarer Nähe des Pilgerweges ausmachen konnten. "Wir wollen auch andere und Jugendliche für diesen Sport begeistern."

Martin Hammer

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