Gewächshaus birgt Gefahren

Lebach. Ein Naturschauspiel ist seit gut zehn Jahren in der oberen Saarlouiser Straße in Lebach zu beobachten: Bäume, Büsche und Gras erobern auf einem verwahrlosenden Gelände ein riesiges Gewächshaus, das der gewerbliche Betreiber einst aufgegeben hatte

Lebach. Ein Naturschauspiel ist seit gut zehn Jahren in der oberen Saarlouiser Straße in Lebach zu beobachten: Bäume, Büsche und Gras erobern auf einem verwahrlosenden Gelände ein riesiges Gewächshaus, das der gewerbliche Betreiber einst aufgegeben hatte. Die wild wuchernden Pflanzen zerdrücken Scheiben oder nutzen Schlupflöcher, die von Steinewerfern geschlagen wurden, wachsen meterhoch durchs nur noch sporadisch vorhandene Glasdach und zerdrücken das Metall-Skelett des filigranen Bauwerks.So skurril die Szenerie aussieht, so bedrohlich ist sie auch, vor allem für spielende Kinder, die sich dort in erschreckend großer Zahl tummeln, wie Anlieger unserer Zeitung berichteten. Es fallen nicht nur ständig Scherben und ganze Scheiben herunter, es stehen auch messerscharfe Glastrümmer von unten und von der Seite in den Raum. Die ehemalige Bewässerungsanlage im Boden ist verrottet, so dass nun Löcher und Stolperfallen klaffen. "Lebensgefährlich", warnen selbst hart gesottene Männer und haben die Stadtverwaltung eingeschaltet, um Schaden von der Allgemeinheit abzuwenden.

Die Ortspolizeibehörde der Stadt Lebach wiederum hat die Bauaufsicht des Landkreises Saarlouis verständigt. Diese sei zuständig, weil hier die Ortspolizeibehörde erfahren habe, dass man in besagter Sache behördlich tätig geworden ist. Weil es sich bei dem ehemaligen Gewächshaus um ein Gebäude handele, "von welchem Gefahr ausgeht". Die Kreisbehörde ist, wie die SZ von Dezernent Michael Loris erfuhr, bereits tätig geworden. Nachdem die verantwortlichen Eigentümer des Grundstücks ermittelt worden seien, wurde ihnen von der Bauaufsichtsbehörde des Landkreises aufgegeben, bis zum 30. August die leer stehenden Gebäude so einzuzäunen, dass ein freier Zugang zu dem Grundstück und damit zur Gefahrenzone nicht mehr möglich ist. Geschehen ist bislang allerdings nichts.

Wie Loris dazu mitteilte, habe die Bauaufsichtsbehörde dann den Eigentümern mit förmlicher Verfügung vom 6. September aufgetragen, das Grundstück mit einem zwei Meter hohen Bauzaun einzufrieden. Diese Anordnung wurde für sofort vollziehbar erklärt. Für den Fall der Zuwiderhandlung gegen diese Anordnung wurde ein Zwangsgeld angedroht und aufschiebend bedingt festgesetzt. Wie sich jeder selbst überzeugen konnte, blieb auch diese Aufforderung bis gestern ohne Folge. Ausgang offen.