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| 21:11 Uhr

Gesundbeter sollten beim Heilen helfen

Der Aufbau eines Gesundheitswesens begann erst mit den Preußen. Der erste preußische Landrat (damals noch Commisarius betitelt) führte es zaghaft 1816 ein. Er schuf die Institution des Kreisarztes, von denen es im Kreis Saarlouis mehrere gab. Daneben gab es fünf private niedergelassene Ärzte, von denen einer in Lebach ansässig war

Der Aufbau eines Gesundheitswesens begann erst mit den Preußen. Der erste preußische Landrat (damals noch Commisarius betitelt) führte es zaghaft 1816 ein. Er schuf die Institution des Kreisarztes, von denen es im Kreis Saarlouis mehrere gab. Daneben gab es fünf private niedergelassene Ärzte, von denen einer in Lebach ansässig war. (Für das Militär in der Festung Saarlouis standen zehn Militärärzte zur Verfügung)Eine Krankenversicherung bestand nicht. Ehe man aus eigener Tasche einen Arzt bezahlte, musste traditionsgemäß auf andere Art Heilung besorgt werden. Gesundbeter, meist alte Frauen, hatten Konjunktur. Deren Therapie ging nach echtem "Hokuspokus" die Beschaffung von Heilmitteln, insbesondere von heilendem Wasser, voraus. Bezeugt ist, dass die Elisabeth Britz, meine Urgroßmutter, am Karfreitagmorgen vor Sonnenaufgang im Mandelbach gegen den Strom Wasser schöpfte, mit dem sie ihre begehrte Heilbehandlung vollzog.

Im Archiv sind "Gesundbetertexte" zu finden, die den Heilungsprozess begleiteten zum Beispiel gegen die Gicht: "Alles was ich seh und greife das nehme! Und alles, was ich nicht seh, das nehme ab, so wie Sonne, Mond und Sterne vergehen im Namen des Vaters, des Sohnes ...... und des Heiligen Geistes".

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts gab es sogenannte Armenärzte, die von den Gemeinden honoriert wurden, zu denen man aber nur selten ging, man schämte sich, Almosen in Empfang zu nehmen. Zur alten Frau hatte man Vertrauen und man konnte sie bezahlen, wenn sie überhaupt etwas für ihre Dienste nahm, außer Gottesbelohnung.

Im Lebacher Stadtarchiv schlummern unendlich viele Geschichten, die nur darauf warten, ausgegraben zu werden. Seit Jahren ordnet und durchforstet Albert Wagner die Bände des Archivs. In einer Serie "Akten erzählen Geschichte(n)" stellt er seine Entdeckungen vor.