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Für Zusammenhalt und Miteinander: „Lebacher Erklärung“ beim Integrationsgipfel unterzeichnet

Lebach. Für Zusammenhalt und Miteinander steht die „Lebacher Erklärung“. Sie wurde beim ersten saarländischen Integrationsgipfel unterzeichnet. Ein klares Nein zu Gewalt und Extremismus wird darin gefordert. Der Austausch der Kulturen soll gefördert werden. Monika Kühn

Der afrikanische Trommelkünstler Dédé Mazietele hat mit rhythmischen Klängen nicht nur für seine Heimat geworben. Er lobte zum Auftakt des ersten saarländischen Integrationsgipfels seine neue Heimat, das Saarland , und seine Menschen. Er sang und sprach darüber in lockerer Weise, auch darüber, wie er hier aufgenommen wurde. Ein passender Auftakt.

Am Dienstagnachmittag fand in der Lebacher Stadthalle der erste saarländische Integrationsgipfel statt. Gut 300 Menschen waren gekommen. Bürgermeister Klauspeter Brill (parteilos) betonte, dass Lebach seit Jahrzehnten gut mit den Ausländern in der Landesaufnahmestelle zusammenlebe, auch wenn es hin und wieder mal Probleme gegeben habe.

"Deutschland ist ein Einwanderungsland", erklärte die Landesbeauftragte für Integration im Saarland , Sozialministerin Monika Bachmann (CDU ). Aus wirtschaftlichen und demografischen Gründen bräuchten "wir Menschen mit Migrationshintergrund", sagte Bachmann. "Integration kommt nicht von selbst, Programme und Projekte sind notwendig", erklärte die Ministerin. "Wir müssen ein Zeichen setzen für eine Willkommenskultur." Daher auch dieser Gipfel, auf dem die "Lebacher Erklärung" für Zusammenhalt und Miteinander unterschrieben wurde. 15 Vertreter der Kirchen, Politik, Gewerkschaften, Industrie, Vereine und Verbände unterschrieben im Anschluss diese Erklärung. Die Ministerin bedauerte, dass der Flüchtlingsrat nicht zu den Unterzeichnern gehört. Ihrer Meinung nach müsste er "an erster Stelle" stehen.

Die "Lebacher Erklärung" soll eine gemeinsame Grundlage für die Integrationspolitik schaffen. Impulse sollen gesetzt und Ehrenamt und Integrationslotsendienst ausgebaut werden. Es gelte, Sprachbarrieren abzubauen, eine Begleitkommission soll geschaffen werden, die sich mit der Betreuung in Lebach und anderen Orten auseinandersetze.

Die "Lebacher Erklärung" beinhaltet zehn integrationspolitische Bekenntnisse. Dazu zählen ein klares Nein zu Gewalt und Extremismus, zu Fremdenfeindlichkeit und Rassismus und zu allen Kräften, die die Verfassung infrage stellen. Sie fordert Respekt für alle Menschen. Die Aufnahme der Flüchtlinge sei eine humanitäre Verpflichtung.