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Serie Frauen in der Kommunalpolitik
Engagiert vor Ort seit 30 Jahren

Anna Schmidt
Anna Schmidt FOTO: Karl-Otto Franz
Lebach. Anna Schmidt aus Lebach ist Kommunalpolitikerin durch und durch. Von Nicole Bastong

„Ich bin 1988 in die SPD eingetreten, wurde bei der Kommunalwahl 1999 in den Stadtrat und im Januar 2001 zur Fraktionsvorsitzenden gewählt. Dieses Amt habe ich seither ununterbrochen inne“, erzählt Anna Schmidt aus Lebach nicht ohne Stolz. Die 59-jährige EDV-Sachbearbeiterin bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft engagiert sich zudem seit fast 20 Jahren als Kassiererin des SPD-Stadtverbandes Lebach und Mitglied der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK).


Der Fraktionsvorsitz bietet für Schmidt „die Möglichkeit, Ideen für die Gestaltung unseres Gemeinwesens zu entwickeln, zuerst die eigenen Leute dafür zu gewinnen und dann auch um Mehrheiten bei den anderen Fraktionen zu werben“. Als Voraussetzung dafür sieht sie die Bereitschaft, sich intensiv mit den Beratungsgegenständen zu beschäftigen und darüber hinaus eigene Initiativen einzubringen. „In den letzten beiden Jahren habe ich zum Beispiel viel Zeit darauf verwendet, am Friedhofsentwicklungskonzept mitzuarbeiten, indem ich Friedhöfe in anderen Städten besucht und mir dort Anregungen geholt habe.“

Die Kommunalpolitik hat für Schmidt „den Charme, dass viele Themen der ,großen Politik’ irgendwann auf der lokalen Ebene ankommen und dann dort bewältigt werden müssen. Nirgendwo betreffen politische Entscheidungen die Bürger unmittelbarer in ihrem Lebensumfeld als in ihrem Dorf oder ihrer Stadt.“



In ihrer Ratszeit hat sich Schmidt unter anderem mit der Energiepolitik, dem Streit um den saarländischen Bergbau oder auch der Windenergie auseinandergesetzt. Nächstes großes Thema ist für sie die Neugestaltung der Lebacher Fußgängerzone.

„Selbstverständlich ist ein solch zeitaufwendiges Engagement nur denkbar, wenn die Familie es unterstützt“, meint Schmidt. „Die Schwiegermutter passte auf meine Kinder auf und auch mein Mann unterstützt mich und tolerierte meine häufigen Abwesenheiten.“ Die Sitzungstermine kollidierten eher selten mit ihren Arbeitszeiten, da sie in Teilzeit arbeitet. Dennoch betont sie: „Mein Arbeitgeber unterstützt mein Engagement ebenfalls.“