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Fotograf geht in den Ruhestand

Der gebürtiger Lebacher vor seinem Fotoladen in Lebach. Foto: Fercho
Der gebürtiger Lebacher vor seinem Fotoladen in Lebach. Foto: Fercho FOTO: Fercho
Lebach. Ende dieses Monats schließt der 59-jährige Helmut Fercho sein Fachgeschäft in Lebach. Monika Kühn

"Mit 60 gehe ich in Rente." Das hat sich Helmut Fercho vorgenommen und tut es nun auch. 35 Jahre arbeitete er in Lebach, davon ein Vierteljahrhundert als selbstständiger Fotograf und Geschäftsinhaber von Foto Fercho. In Lebach und Umgebung ist er sprichwörtlich bekannt wie der "bunte Hund". Für jeden hatte er stets ein Lächeln und ein gutes Wort parat, auch wenn es ihm manchmal nicht immer so ums Herz war. Nur gute Erinnerungen lässt der noch 59-Jährige zurück, wenn er am 31. Mai sein Geschäft schließt.


"Ich habe viel gelacht in meinem Arbeitsleben", gesteht der begeisterte Romfahrer. Dort will er auch zusammen mit seiner Familie seinen runden Geburtstag im Juni feiern. Tochter Jasmin hat am selben Tag Geburtstag und wird 15. Mit einem Lächeln merkt Fercho an, dass sein Geburtstag ein Mittwoch ist. "Wir haben dann eine Audienz beim Papst." Zwar keine private, aber es ist schon was Besonderes am Geburtstag dem Heiligen Vater zuwinken zu können.

Seit Jahren gehört die italienische Hauptstadt zu den Lieblingszielen von Helmut Fercho. Er ist dort auch schon Marathon gelaufen. Das Laufen muss er im Moment etwas zurückstellen, die Hüfte plagt ihn. Helmut Fercho war nach seiner Lehre ein Jahr im Außendienst tätig. Dabei habe er gemerkt, dass er gut mit Menschen umgehen kann. Er schulte bei Photo Porst in Saarlouis als Fotofachverkäufer um und arbeitete zehn Jahre bei Photo Porst in der Lebacher Fußgängerzone. Danach bezog er als Selbstständiger sein neues Domizil am Bitscher Platz. In all den Jahren habe er versucht seinem Motto treu zu sein, "besser zu sein als die anderen". Über die Entwicklungsmaschinen in seinem Geschäft sind im Laufe der Jahre mehrere Millionen Bilder gelaufen. Früh habe er die Zeichen der Zeit erkannt. Als Erster im Saarland und Dritter in Deutschland schaffte er sich eine analog-digitale Entwicklungsmaschine an, die innerhalb einer halben Stunde Bilder entwickeln konnte. Sein Firmenlogo hat der gebürtige Lebacher selbst entworfen. Die Idee kam ihm auf einem Stadtfest. Wie sehen mich die Leute?, hat er sich gefragt. Eigentlich nur halb, da er meist die Kamera vor dem Gesicht habe. So ist er auch nur mit halbem Gesicht, halber Brille und halbem Schnurrbart, aber mit ganzer Kamera abgebildet.



In seinem Unruhestand will Fercho weiterhin seine Vereinsaktivitäten beim Carnevalsverein und Turnverein Lebach pflegen. Fotofachgeschäfte wird es in Zukunft nur noch wenige geben, ist sich Fercho sicher. "Handys sind der Genickbruch der Branche." Stammkunden verweist Fercho an Blende 8 in Eppelborn.

Am Morgen unseres Besuches kommen immer wieder Menschen ins Geschäft. Viele wollen sich einfach nur von ihm verabschieden. So auch sein alter Lehrmeister, der eigens aus Saarlouis gekommen war. "Das hat mich besonders gefreut."