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Leben auf dem Dorf
Festhalten an schönen Traditionen

Erich Schneider, Inhaber des Dorfladens, sitzt auch gerne mal an der Kasse, hier bei Stammkundin Elli Haupert.
Erich Schneider, Inhaber des Dorfladens, sitzt auch gerne mal an der Kasse, hier bei Stammkundin Elli Haupert. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Dörsdorf. Im Dörsdorfer Dorfladen von Erich Schneider gibt es neben Lebensmittel auch eine wichtige soziale Komponente. Von Johannes Werres

 Ein Fleischkäseweck und eine Tasse Kaffee zum zweiten Frühstück, eine Zeitschrift und ein paar Brötchen für den Abend, oder vielleicht doch der Großeinkauf für die ganze Woche quer durch das Sortiment, die Wünsche der Kunden im Dorfladen in Dörsdorf sind sehr unterschiedlich. Eine große Auswahl an Konserven, insbesondere für Single Haushalte, dazu die Kühlung mit Molkereiprodukten, das umfangreiche und frische Angebot an Obst und Gemüse und dazu noch die Theke mit den Wurst- und Fleischwaren, sie alle sorgen dafür, dass die Nachfrage im Laden nicht abreißt.


Inhaber Erich Schneider, der fast genau vor zwei Jahren den Laden übernahm, ist dabei immer wieder aufs Neue bestrebt, die Wünsche seiner Kunden zu erfüllen. „Wenn mal was nicht da ist, versuche ich, es über meine Lieferanten zu bekommen“. Und, wenn auch das nicht klappt, verrät er, geht er auch schon mal selbst auf Einkaufstour für seine treuen Kundinnen und Kunden.

Ein Leben ohne den Laden in seinem Heimatdorf könnte er sich, wie er betont, nicht vorstellen. Kein Wunder, schließlich blickt das Geschäft auf eine lange Tradition zurück, die bis ins Jahr 1962 reicht, da war der 46 Jahre alte Erich Schneider noch nicht geboren. „Wir sind selbst vor der Schule hierher und haben uns belegte Brötchen gekauft“, erzählt er. Auch später hat er mit seiner Familie dem Laden die Treue gehalten. „Großeinkäufe werden bei uns selten getätigt, darum geht es nicht. Doch wir wollen das Angebot vor Ort aufrechterhalten und an die Kunden anpassen, die uns brauchen“, sagt er.



Die, verrät er, kommen auch aus den benachbarten Orten, schätzen das Angebot, das auch warmen Fleischkäse und Lyonertage beinhaltet. Dass er mittlerweile mehrmals in der Woche im Laden hinter der Kasse steht, das hätte er vor gut zwei Jahren nicht gedacht. „Ich bin tatsächlich am 1. April 2016 in das Geschäft zum Einkaufen, da wurde mir mitgeteilt, dass zum Ende des Monats Schluss sein soll“, erzählt er. Zunächst glaubte er an einen Aprilscherz, doch erste Überlegungen, den Laden weiterzuführen, verrät er, stellte der Immobilienmakler im Hauptberuf, doch an. „Dann kam ein Anruf unseres Ortsvorstehers, der nach einem kurzen belanglosen Gespräch gleich fragte, ob ich nicht den Laden übernehmen wolle“, erzählt Schneider.

Nach ein paar Gesprächen mit Freunden vom Fach hat er sich schließlich dazu entschieden, gute Berater mit ins Boot geholt und den Schritt keinen Tag bereut. Noch sagt wer, läuft nicht alles optimal, es wird weiter an den Stellschrauben gedreht, in Sachen Personal, Öffnungszeiten, aber auch Produktpalette. „Am Anfang habe ich vieles wegwerfen müssen, doch mit der Zeit bekommt man Erfahrung“, sagt er. Dann eilt er zur Backtheke, die frischen Brötchen müssen aus dem Ofen.

Elli Haupert, die sich mit allen notwendigen Dingen des täglichen Bedarfs versorgt, steht an der Kasse. Und Erich Schneider lächelt, seine Arbeit im Däschder Dorfladen macht ihm sichtlich Spaß. Rückhalt bekommt er dabei auch von Ortsvorsteher Armin Caspar, der überaus froh ist, dass er einen Nachfolger für die Versorgung vor Ort gefunden hat.

Ganz nebenbei, auch das zeigt der Besuch, ist der Laden auch Treffpunkt mitten im Dorf für alle Generationen. Davon kann sich heute bei seinem Besuch im Rahmen des Dorfgesprächs um 17 Uhr sicherlich auch Saarlouis Landrat Patrik Lauer überzeugen.

Der „Däschder Dorfladen“, Zur Schnau 12, 66822 Lebach, Telefonnummer (0 68 88) 8212, Öffnungszeiten: montags bis samstags: 6 bis 12 Uhr, freitags 15 bis 18 Uhr. Der Dorfladen bei Facebook: DäschderDorfladen@daeschderdorfladen