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Fallschirmjäger-Bataillon verabschiedet sich aus Lebach

Lebach. Nach 54 Jahren in Lebach ist Schluss: Das Fallschirmjäger-Bataillon 261 verabschiedet sich am Donnerstag von der Stadt, die als besonders soldatenfreundlich gilt. Angehörige des Verbandes waren regelmäßig in Auslandseinsätzen. Daniel Kirch

Mit einem feierlichen Appell verabschiedet sich das Fallschirmjäger-Bataillon 261 am Donnerstagabend nach 54 Jahren von der Stadt Lebach . Der aktuell noch 600 Mann starke Verband, der 1956 in Ellwangen (Baden-Württemberg) aufgestellt wurde und seit 1961 in Lebach beheimatet ist, wird im Zuge der Bundeswehr-Reform am 28. April aufgelöst. Der Appell im Lebacher Stadion (Beginn: 19 Uhr) soll das gute Verhältnis zwischen Bundeswehr und Bevölkerung unterstreichen. "Diese enge Verbindung habe ich nirgendwo sonst erlebt", sagte Kommandeur Oberstleutnant Markus Meyer der SZ. Lebach sei für die Soldaten nicht nur Arbeitsort, sondern "Heimat und Familie". Lebachs Bürgermeister Klauspeter Brill (parteilos) ergänzte, seit 1961 habe die Stadt viele tausend Soldaten kommen und gehen sehen, allein 21 Kommandeure. "Und viele von ihnen sind Lebach bis heute sehr verbunden." Bei seinem Amtsantritt im Jahr 2013 hatte Brill Lebach als "wahrscheinlich bundeswehrfreundlichste Stadt Deutschlands" bezeichnet.

In der Graf-Haeseler-Kaserne sollen künftig eine Luftlandeaufklärungskompanie der neuen Luftlandebrigade 1 sowie eine Fernmeldekompanie des Eurocorps stationiert werden - insgesamt rund 500 Mann.

Die Lebacher Fallschirmjäger zählen zu den Kampftruppen des Heeres. Angehörige des Fallschirmjäger-Bataillons 261 waren regelmäßig im Auslandseinsatz, unter anderem in Somalia, auf dem Balkan, in Afghanistan und im Kongo. Gefallene hatte das Bataillon im Einsatz bisher nicht zu beklagen, allerdings mehrere Verwundete. Bundesweite Aufmerksamkeit erlangte der Standort im Jahr 1969 , als bei einem Überfall auf die lokale Munitionsanlage vier Angehörige des Bataillons getötet wurden.

Die derzeit drei Bataillone der Luftlandebrigade 26 (Saarland-Brigade) in Merzig, Lebach und Zweibrücken werden Ende April bei einem Appell in Zweibrücken aufgelöst und zum deutlich kleineren Fallschirmjäger-Regiment 26 fusioniert. Die Brigade verfügte einst über bis zu 3500 Soldaten, das neue Regiment soll noch rund 1700 Mann umfassen. Dem Brigadestab in Saarlouis werden künftig dieses Regiment sowie ein identisch aufgestelltes Fallschirmjäger-Regiment aus Niedersachsen unterstellt.