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Fakten aus der alten Schule

 Das Titelbild der Dörsdorfer Schulchronik. Foto: Schulchronik
Das Titelbild der Dörsdorfer Schulchronik. Foto: Schulchronik FOTO: Schulchronik
Dörsdorf. Der Thalexweiler Heimatgeschichtsverein hat das Buch „Dörsdorfer Schulchronik (1878-1987)“ herausgeben. Die Sprachwissenschaftlerin Professor Maria Besse und ihr aus Dörsdorf stammender Mann Thomas haben die im Dorfarchiv aufbewahrte Schulchronik ediert und mit einer Einleitung und Erläuterungen versehen sowie mit 100 Fotos und Abbildungen als Buch zusammengestellt. Monika Kühn

Die Schulchronik der bereits im Jahr 1834 gegründeten Steinbacher Filialschule in Dörsdorf wurde von den Dörsdorfer Lehrern seit dem Jahr 1878 gewissenhaft geführt. Die sorgfältige Führung der Schulchronik sollte Informationen für eine spätere heimatgeschichtliche Forschung liefern. Daher finden sich in diesen Aufzeichnungen nicht nur Daten über den Wechsel des Lehrpersonals oder über Veränderungen an der Schule, sondern es werden auch zahlreiche Ereignisse aus dem Dorfleben geschildert.
Von Bränden und Unfällen


Es werden die Brände am Ort, Unfälle, Todesfälle durch Krankheiten und Unglück auf der Grube ebenso erwähnt, wie Wetterkapriolen oder Sommerstürme. Die aus der Sicht des jeweiligen (Haupt-) Lehrers oder ab 1923 des Schulleiters verfassten Eintragungen gewähren einen interessanten Einblick in das Leben in Dörsdorf Ende des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Neuerdings ist der Wert der Schulchroniken, von denen die meisten in Gemeindeämtern oder in Ortsarchiven schlummern, für die jüngere Geschichte erkannt worden. Vor allem im Zusammenhang mit dem 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs voriges Jahr wurden sie vermehrt in Auszügen publiziert. Jedoch bisher nur selten wurden sie in ihrer Gesamtheit veröffentlicht.

Die Dörsdorfer Schulchronik ab 1878, die aus der Sicht der Lehrer nicht nur die Entwicklung der katholischen Volksschule des Ortes nachzeichnet, ist Gegenstand der vorliegenden Publikation und verdeutlicht durch die Berücksichtigung der überregionalen Ereignisse (Erster und Zweiter Weltkrieg, Masern- und Grippeepidemien usw.) welch wertvolle historische Informationen diese Quellengattung liefern kann.

Pfarrer Franz Wüsten fordert schon in seinem in den 1930er Jahren publizierten "Steinbach-Dörsdorfer Pfarralbum" eine vernünftige Ausstattung der Schulräume und Beschaffung der Lehrmittel. Er sieht dies als eine der vornehmsten Aufgaben der Gemeinden: "Die Schule darf nicht als Ödland gelten, sondern soll ein Garten sein, dem man stets neue Liebe und Sorge zuwendet."
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Diese Chronik ist auch für die benachbarten Orte von Bedeutung, weil beispielsweise der Neubau der Kirche in Steinbach und die Firmung der Kinder in Thalexweiler erwähnt werden. Zudem werden die heftigen Auseinandersetzungen um den Bau der Dörsdorfer Kirche in den 1950/60er Jahren beschrieben. Wir erfahren weitere "wichtige Ereignisse", beispielsweise wann in Dörsdorf das elektrische Licht Einzug genommen hat und wann der erste Kartoffelkäfer gefunden wurde.

Buchvorstellung am Samstag, 24. Oktober, um 15 Uhr im Vereinshaus Dörsdorf. Anschließend Tag der offenen Tür. Maria Besse/Thomas Besse: Dörsdorfer Schulchronik (1878-1987) - Edition mit Einleitung und Erläuterungen, 205 Seiten, Buchfesteinband, 15 Farbseiten, 100 Fotos und Abbildungen. 19 Euro.



besse.de