| 20:51 Uhr

Bundeswehr
Eurocorps: Neuer Chef für IT-Experten

Hauptmann Kenneth Kränzke, der neue Chef der Fernmeldekompanie des Eurocorps in Lebach, mit Ministerpräsident Tobias Hans, dem bisherigen Kompaniechef, Major Matthias Kubenz, und dem kommandierenden General des Eurocorps, Generalleutnant Jürgen Weigt (von links). Die blauen Halstücher sind ein (ursprünglich aus Frankreich stammendes) Kennzeichen des Eurocorps.
Hauptmann Kenneth Kränzke, der neue Chef der Fernmeldekompanie des Eurocorps in Lebach, mit Ministerpräsident Tobias Hans, dem bisherigen Kompaniechef, Major Matthias Kubenz, und dem kommandierenden General des Eurocorps, Generalleutnant Jürgen Weigt (von links). Die blauen Halstücher sind ein (ursprünglich aus Frankreich stammendes) Kennzeichen des Eurocorps. FOTO: Ruppenthal
Lebach. Ein Ministerpräsident und ein Dreisterne-General als Gäste beim Wechsel der Führung einer Kompanie: ungewöhnlich. Aber die Fernmelder des Eurocorps in Lebach sind auch eine ganz spezielle Kompanie. Von Johannes Werres

Der Dreisterne-General erfasste die Lage sofort: „Großes Kino hier. In 41 Jahren als Soldat habe ich einen solchen Auflauf vor allem aus dem gesellschaftlichen und politischen Bereich noch nicht erlebt. Ein Ministerpräsident beim Wechsel eines Kompaniechefs? Als ich Kompaniechef wurde, waren die höchsten Ehrengäste meine Eltern“, gab der kommandierende General des Eurocorps, Generalleutnant Jürgen Weigt, am Mittwoch in Lebach zum Besten. Aber auch er war ja gekommen zum Wechsel an der Spitze einer allerdings speziellen Kompanie. Die Leitung der Fernmeldekompanie Eurocorps wechselte von Major Matthias Kubenz an Hauptmann Kenneth Kränzke. Oberstleutnant Peter Temmesfeld vollzog den Wechsel vor der Kompanie und einer national bunt gemischten Ehrenformation aus Straßburg.


Die Kompanie in Lebach besteht aus 185 Dienstposten fast durchweg für IT-Fachleute. 180 Posten habe er besetzen können, sagte der bisherige Kompaniechef Kubenz. Das habe an sich schon Seltenheitswert in der Bundeswehr. Dass aber 75 Prozent dieser IT-Experten aus dem Saarland und der angrenzenden Pfalz kämen, das sei „einzigartig in der Bundeswehr“. Es zeige, dass die IT-Ausbildung im Saarland „echte Attraktivität“ entwickelt habe.

Ohne diese Fernmelder, die mit modernster Satelliten-Technik und Computern arbeiten, könne das Eurocorps einpacken, sagte General Weigt. Die Kompanie unterstützt das Eurocorps mit Sitz in Straßburg und Angehörigen aus elf Nationen. Bis zu 60 000 Soldaten können dem Eurocorps unterstellt werden. Die Lebacher Kompanie stellt die Kommunikation technisch sicher. Vor genau zwei Jahren war sie in die Lebacher Graf-Haeseler-Kaserne eingezogen, wie Bürgermeister Klauspeter Brill bei der Übergabe vor dem Rathaus erinnerte. Er gehe davon aus, dass sich die reibungslose Zusammenarbeit von Stadt und Bundeswehr auch mit einem Kompaniechef Kenneth Kränzke fortsetze.

Natürlich fing Ministerpräsident Tobias Hans den Ball mit den vielen Saar-ITlern auf. Die Lebacher Euro-Fernmelder seien eine „Speerspitze“ der Bundeswehr, „ein besonderes Pfund, mit dem wir wuchern wollen“. Das Saarland verstehe sich mehr denn je als ein IT-Standort in Europa. Dem neuen Kompaniechef sprach Hans ein „Willkommen seitens der Landesregierung“ aus.

General Weigt dankte bei der Gelegenheit vier Angehörigen der Kompanie, die „nicht weggeschaut und gesagt haben, da wird sich schon jemand drum kümmern“. So habe Hauptfeldwebel Karsten Lemke einer Frau das Leben gerettet. Die Hauptgefreiten Finn Kostka und Jens Steinmetz sowie der Obergefreite Patryk Kostyra haben einem bei einem Autounfall schwer Verletzten geholfen, „ihm so womöglich das Leben gerettet“.



Tobias Hans, Jürgen Weigt und die beiden Kompaniechefs schrieben sich ins Goldene Buch der Stadt ein (das in Lebach grün ist), und da gab es der General Lebach auch schriftlich, was vorher andere schon gesagt hatten: Lebach, die wohl bundeswehrfreundlichste Stadt in Deutschland.

Der kommandierende General gab dem neuen Kompaniechef mit auf den Weg, schon mal darüber nachzudenken, wie er den Auflauf zum Wechsel „in drei Jahren noch toppen könne“. Da konnte weiterschmunzeln, wer vorher – draußen vor dem Rathaus – begriffen hatte, was es mit diesem seltsamen Auto auf sich hatte. Ein Mercedes, gefleckt wie eine Kuh, und große Hörner am Kühler. Das Auto war, wussten Eingeweihte, Matthias Kubenz gewidmet. Genau, ein Kuh-Benz.