Erinnerung und Totenruhe bewahren

Erinnerung und Totenruhe bewahren

In einer Aktion auf dem Lebacher Ehrenfriedhof wurden 66 Kreuze gereinigt – Zeichen des Engagements des Volksbundes.

"Wir fangen schon mal an." Und das taten sie denn auch. Eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe des Volksbundes Saar aus Lebach, bekannt als die Lebacher, hat begonnen, die Steinkreuzgruppen auf dem Lebacher Ehrenfriedhof zu richten und zu reinigen. 66 Kreuze mussten sandgestrahlt und imprägniert werden. Einige waren im Lauf der Jahrzehnte in Schieflage geraten. Sie wurden ausgegraben und wieder neu einbetoniert. Diesen Teil der Neugestaltung des Ehrenfriedhofs haben die Lebacher fast erledigt. Die weitere Umsetzung wird von Fachbetrieben erledigt (wir berichteten).

Bis zum 1. September 2019 soll die Sanierung abgeschlossen sein. Dann jährt sich zum 80. Mal der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Zu der Arbeitsaktion der Lebacher unter Leitung von Lothar Schmidt war auch Carsten Baus, Landesgeschäftsführer des Volksbundes Saar, gekommen. Für ihn ist Lebach ein "Paradebeispiel wie ein Ehrenfriedhof sich in die Landschaft einfügt". Wichtig sei, dass solch eine Gedenkstätte pflegeleicht angelegt werde, sodass sie nicht so schnell verwahrlost aussieht. Der Volksbund unterhält auf der ganzen Welt Ehrenfriedhöfe, überall werde versucht, sich den geografischen Gegebenheiten anzupassen. Auf dem Lebacher Ehrenfriedhof ruhen 253 Tote, 24 von ihnen sind Lebacher Kriegstote, welche vor allem bei alliierten Luftangriffen ums Leben kamen. Die übrigen sind vor allem Gefallene der Saarschlacht, welche zwischen November 1944 und März 1945 in der Gegend um Roden, Diefflen und Pachten verwundet wurden und im Lebacher Lazarett starben, erklärt Schmidt weiter. Auch weiß Schmidt, dass auf dem unteren Grabfeld 73 osteuropäische Kriegsgefangene ruhen, darunter sieben Babys, deren Schicksal noch weitgehend unbekannt ist. Die Toten sind in langen Grabreihen beerdigt. Die Gräber haben Namenstafeln, die teilweise überwuchert oder durch Rasenmäher beschädigt wurden. Sachverständiger Edwin Reis aus Überroth hat ein Konzept zur Neugestaltung erarbeitet. Die Namenstafeln werden in Natursteinplatten eingefasst und dadurch gesichert. Auf einigen Gräbern werden Infotafeln errichtet, die den Lebenslauf der Gefallenen erzählen. Die Rasenflächen bleiben. 35 000 Euro sind dazu veranschlagt. Das Geld soll vom Volksbund, der Stadt und von vielen ehrenamtlichen Spendern kommen. Ein Spendenkonto ist auf der Lebacher Volksbank eingerichtet. In einem zweiten Schritt ist die Umgestaltung zum Lernort mit den Infotafeln vorgesehen. Diese Idee kam im Rahmen eines Projekttages des Volksbundes Saar mit dem Johannes-Kepler-Gymnasium. 5000 Euro würde dies kosten. Das Projekt haben sie beim Kultusministerium vorgestellt, 2000 Euro Zuschuss wurde zugesagt und eine höhere Summe aus Totomitteln. Den Rest übernimmt die Stiftung "Gedenken und Frieden".