Er ist nahe bei den Menschen

Ralf Hiebert ist seit einem Jahr als Seelsorger im Lebacher Krankenhaus tätig. Gleichzeitig ist er Kooperator der Pfarreiengemeinschaft Schmelz. Der 55-Jährige schätzt es besonders, nahe bei den Menschen zu sein.

Die Arbeit als Seelsorger in Krankenhäusern habe sich verändert. Ralf Hiebert ist sich aber sicher, dass geistlicher Beistand, vor allem wenn es um Krankheit oder Tod geht, weiterhin sehr gefragt ist. Der gebürtige Dieffler ist seit einem Jahr im Lebacher Krankenhaus als Seelsorger tätig. Gleichzeitig ist er Kooperator in der Pfarreiengemeinschaft Schmelz. Der 55-Jährige war vorher in St. Ludwig Saarlouis als Pfarrer tätig. Hiebert schätzt an seiner neuen Wirkungsstätte besonders, dass er sich kaum noch um Papierkram kümmern oder von der einen zur anderen Sitzung eilen muss. "Ich bin wieder Seelsorger und nahe bei den Menschen." Hiebert wohnt im ehemaligen Pfarrhaus in Körprich.

Den Kontakt zu den Patienten erhält Hiebert durch die Grünen Engel oder das Pflegepersonal. Bei der Anmeldung würden viele Patienten ankreuzen, dass sie keinen geistlichen Beistand wünsche. "Das muss man akzeptieren." Der Pastor merkt aber auch, dass "das Verlangen da ist". Man entwickle mit der Zeit ein Gespür, allerdings ohne aufdringlich zu sein.

Ein "Stück Herz des Krankenhauses" ist für den Seelsorger die Antoniuskapelle. Dort liegt auch ein Fürbittbuch aus. Sehr viele Patienten oder Angehörige schreiben dort tagtäglich ihre Bitten hinein.

Dass die Kapelle nicht nur während der Gottesdienste gut besucht ist, merkt man an den vielen Opferlichtern, die dort täglich entzündet werden. "Die Menschen suchen nach Stille und Geborgenheit." Das könne die Kapelle bieten. "Krankheit macht sensibel." Manche verlieren durch Krankheit ihren Glauben, andere finden wieder zu Gott.