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Einweihung der naturwissenschaftlichen Räume am GSG und JKG Lebach

Naturwissenschaften Lebach : Wer wird denn gleich in die Luft gehen?

Schüler und Schülerinnen des GSG und JKG zeigten Versuche und weihten ihre renovierten Chemieräume auch gleich praktisch ein.

Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Landrat Patrik Lauer bekommt zur Begrüßung noch vor Betreten des Chemiesaales eine Zündschnur in die Hand gedrückt, an deren Ende ein Luftballon hängt. Und bevor man sich überlegen kann, was passiert, gibt es einen lauten Knall – und der Luftballon ist geplatzt.

Großer Bahnhof am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Lebach zur Einweihung der naturwissenschaftlichen Räume. Die Schüler des Projekts Science sind bestens vorbereitet, um ihre neuen Räume vorzustellen. Ein Klassensaal ist komplett renoviert, der andere hat einen neuen Abzug erhalten. Landrat Lauer ist nach dem ersten „Schock“ bereit zu sprechen: „Hier wurden optimale Rahmenbedingungen geschaffen. Und vor allem ist das Geschwister-Scholl-Gymnasium eine der wenigen Schulen im Landkreis Saarlouis, an der es einen Chemie-Leistungskurs gibt.“ Auch nach 40 Jahren habe der folgende Satz noch Gültigkeit: „Erst das Wasser, dann die Säure, sonst geschieht das Ungeheure.“ Er finde es sehr bedauerlich, dass er als Schüler Chemie nicht als Leistungskurs hatte. Mit Stolz verweist er zudem darauf, dass der Landkreis als Schulträger das Bauvorhaben – ebenso wie das am Johannes-Kepler-Gymnasium – mit 250 000 Euro unterstützt (siehe unten stehenden Artikel).

Alina Herget (11. Klasse) führt danach durch das Programm. Es werden drei Versuche demonstriert, dabei sucht sich Landrat Lauer die Hilfe des Lebacher Bürgermeisters Klauspeter Brill. Mit Kittel und Schutzbrille gewappnet, erfahren sie, wie man „Bier“ braut und was passiert, wenn Gummibärchen angezündet werden Und damit auch jeder sieht, dass der neue Abzug funktioniert, gibt es einen Feuertornado.

Schulleiterin Heidemarie Schwindling kann sich gar nicht genug bedanken bei Lauer und auch beim Bürgermeister. Sie hat auch allen Grund dazu. Denn die Räume seien tatsächlich toll geworden, freut sich auch der Mint-Koordinator Christoph Kreutzer und die Chemie-Lehrerin Elke Hader-Lambert. Und weil die Gelegenheit gerade günstig und auch aktuell ist, gibt sich die Schulleiterin stolz, denn das GSG ist mittlerweile als einzige saarländische Schule bereits drei Mal als Mint-Excellence-Schule zertifiziert worden. Das GSG wurde deshalb als „Leuchtturmschule“ im Bereich Mint beschrieben.

Mit etwas Verspätung geht es danach ans Johannes-Kepler-Gymnasium (JKG) nur wenige Meter entfernt. Auch hier werden die naturwissenschaftlichen Räume nach der Sanierung eingeweiht. Landrat Lauer findet: „Ein toller Tag für die Lebacher Schulen.“ Trotz „nahezu gleicher Projekte“ wolle man auch am JKG diesen Bereich stärken. Die jungen Leute lobte er, weil sie diesen Bildungsweg einschlagen. Und später möglicherweise auch diesen Berufsweg gehen. Er hoffe, dass die jungen Menschen in diesem Bereich bleiben und trotz eines Studiums außerhalb des Saarlandes wieder hierher zurückkommen.

Danach war „Showtime“ angesagt. Eine Gruppe von Schülern aus der 12. Klasse (Chemiekurs) erwartet die Besucher, bevor die Räume besichtigt werden. Auch sie sind bestens vorbereitet und überraschen mit dem Gummibärchen-Versuch, der ein gängiger Schulversuch des Chemieunterrichts, aber auch bei Show-Vorlesungen zu sein scheint. In einem Reagenzglas wird ein Salz, meist Kaliumnitrat, geschmolzen und anschließend ein Gummibärchen hinzugegeben. Es findet eine heftige Reaktion statt, bei der das Gummibärchen verbrennt. Dabei brummt und zischt es. Auch bei der zweiten Vorstellung ist das Interesse groß. Denis Kaufmann, der die „Show“ moderierte, demonstrierte gemeinsam mit seinem Team, wie man in Sekunden „Bier“ brauen kann. Ein Versuch, den auch schon die Schülerinnen des GSG gezeigt hatten.

Bei der Einweihung der naturwissenschaftlichen Räume am Geschwister-Scholl-Gymnasium Lebach waren (von links) Bürgermeister Klauspeter Brill und Landrat Patrik Lauer beim „Bierbrauen“ mit den Schülerinnen Caroline Dorzweiler und Alina Herget in ihrem Element. Foto: Thomas Seeber

Schulleiter Hans Herrmann zeigte sich vor allem über die „Panorama-Abzüge“ erfreut – und beim anschließenden Rundgang konnte man sich davon überzeugen, dass durchaus Altes und Neues verbunden werden kann. „Die alten Tische sind von so guter Qualität, dass wir sie behalten haben“, erklärt Herrmann. Übrigens sind die notwendigen Umbauarbeiten an beiden Schulen mit der Schulleitung und den Fachlehrern im Herbst 2018 abgestimmt worden. Die Bauarbeiten wurden in den Osterferien begonnen. Während der Abiturprüfungen wurde nicht gearbeitet, betroffener Unterricht in andere Räume verlegt. Dirk Apitz, stellvertretender Bauamtsleiter beim Landkreis Saarlouis, hat die Arbeiten koordiniert. Und bekam von Schulleiter Herrmann ein dickes Kompliment: „Es hat alles reibungslos geklappt.“