Volleyball: Eine Lehrstunde vor Rekord-Kulisse

Volleyball : Eine Lehrstunde vor Rekord-Kulisse

Die nächste Überraschung blieb aus: Lebachs Drittliga-Volleyballerinnen verloren zu Hause gegen Titelkandidat Waldgirmes klar.

„Da war heute nichts zu holen, der Gegner hat eine Klasse besser gespielt.“ Nach der 0:3-Heimschlappe (18:25, 17:25, 16:25) des TV Lebach gegen den TV Waldgirmes merkte man TVL-Abteilungsleiter Thomas Schwinn am Samstag die Enttäuschung an.

Seit der großen Sensation in der 3. Volleyball-Bundesliga Süd der Frauen war nur eine Woche vergangen: In zwei hart umkämpften Stunden hatte Lebach in Sinsheim einen Tiebreak-Coup gelandet und mit dem 3:2 beim damaligen Tabellenführer für Aufsehen gesorgt. Sieben Tage später wollte Lebach zu Hause vor einer Rekordkulisse den nächsten Favoriten stürzen – und schaffte es nicht. Nach nur 62 Minuten verwandelten die Gäste in der Sporthalle Lebach den ersten Matchball. 365 Zuschauer schauten ernüchtert zu.

Gewöhnlich ist es doch so: Geht ein Titelanwärter bei einem Aufsteiger aufs Feld, läuft er zwangsläufig Gefahr, den Außenseiter zu unterschätzen. Waldgirmes unterschätzte Sinsheim-Bezwinger Lebach jedoch nicht. Konzentriert schmetterte das Spitzenteam los und setzte die Gastgeberinnen von Beginn an unter Druck. Damit hatte Lebach nicht gerechnet. „Mein Team hat zu verhalten reagiert. Der Funke ist nicht übergesprungen“, resümierte TV-Trainer Philipp Betz. Gegen die Lufthoheit der groß gewachsenen Gegnerinnen fand sein Team am Netz kein Mittel. „Der Gäste-Block war extrem gut und fischte viele Schmetterbälle ab. Es war schwer, diese Mauer zu überwinden“, gab Betz offen zu.

Phasenweise habe sein Team gut mitgehalten, es aber in den entscheidenden Situationen versäumt, die Partie spannender zu gestalten. „Irgendwie hat uns im Angriff das Durchsetzungsvermögen gefehlt. Wir sind immer einem Rückstand nachgerannt, den wir in keinem Satz aufholen konnten“, seufzte TV-Kapitän Anita Nawrat, nahm den Fehlschlag aber nicht zu schwer: „Mund abwischen und weiter geht’s!“

Diese Niederlage sei keine Schande gewesen, eher eine Lehrstunde, meinte Thomas Schwinn. „Die jungen Spielerinnen werden daraus lernen und sich verbessern.“ Deutlich besser als erwartet belegt der TV Lebach in der Tabelle mit zehn Punkten aktuell Rang sieben. Zwei Spieltage vor Ende der Hinrunde hat der Aufsteiger das Zwischenziel bereits erreicht. Betz gibt zu: „Diese zehn Punkte wollte ich bis zur Winterpause haben. Zwei Punkte sollten wir nun aus den letzten zwei Spielen noch holen, dann können wir ganz beruhigt Weihnachten feiern.“