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Einmalig: Fünf 80-Jährige in einer Familie: Ein Leben lang in der Region verwurzelt

Einmalig: Fünf 80-Jährige in einer Familie : Ein Leben lang in der Region verwurzelt

Die Biesels aus Gresaubach sind fünf Brüder. Alle sind über 80 Jahre alt. Und das macht sie saarlandweit einzigartig.

Alois, der älteste der Brüder Biesel, ist am 30. Mai 1928 geboren. Sein Eigenheim steht nur wenige Meter vom Elternhaus entfernt. Erwin kam am 2. Dezember 1931 auf die Welt, Rudolf zwei Jahre später, am 26. Januar 1933, Adolf, im März 1935 geboren, wohnt als einziger der Fünf nicht in Gresaubach sondern in Reimsbach. Helmut, der Jüngste, wurde am 18. Februar 1937 geboren, feierte also im Februar dieses Jahres seinen 80. Geburtstag.

Alois Biesel mit seinen beiden Urenkeln Leni und Henry. Foto: Fred Kiefer

Die älteren Brüder Edmund und Ewald sowie die Schwester Adelheid leben nicht mehr. Letztere starb bereits in jungen Jahren kurz nach dem großen Krieg. Die Mutter Cäcilia und der Vater Johann waren beide Jahrgang 1899. Wie viele Männer im nördlichen Saarland fand auch der Vater Arbeit als Bergmann. Er verdiente den Lebensunterhalt auf den Zechen Camphausen und Maybach.
Die Söhne Alois, Rudolf, Helmut und Erwin lernten Gipser und Verputzer, Adolf wurde Schreiner. Rudolf Biesel, Witwer und Vater des Zahnarztes Wolfgang Biesel sowie der Tochter Gisela, wohnt im Elternhaus, in dem auch die Zahnarztpraxis und ein Getränkehandel untergebracht sind. Er erzählt, dass vier seiner Brüder Eigenheime in Gresaubach hätten, Adolf ein eigenes Haus in Reimsbach.
Seit dem Tod seiner Frau wohnt er selbst alleine im Elternhaus.

Mit 84 Jahren sitzt er noch am Steuer seines Autos. 20 Jahre lang war er Vorsitzender der VDK-Ortsgruppe seines Heimatortes. Als Ehrenvorsitzender nimmt er auch heute noch am Geschehen des Sozialverbandes teil. 1954 schaffte er sich ein Motorrad an, mit dem er bequemer zur Arbeit gelangte. Früher, so erinnert sich Rudolf Biesel, mussten er und seine Brüder um fünf Uhr aufstehen und bei Wind und Wetter sieben Kilometer bis zum Bahnhof in Schmelz zu Fuß laufen, um zur Arbeitsstelle zu gelangen. Schichten zwischen zehn bis zwölf Stunden waren damals an der Tagesordnung. Die vier Brüder erlernten ihren Beruf in der gleichen Firma.
Alois, mit 89 Jahren der älteste der Biesel-Brüder, wohnt nur einen Katzensprung vom Elternhaus weg, konnte jedoch wegen eines Oberschenkelhalsbruchs nicht zum Fototermin erscheinen. Er muss die schwere Verletzung infolge eines Sturzes auskurieren, ehe er wieder problemlos gehen kann.

Die SZ besuchte den Mann und fotografierte ihn mit seinen beiden Urenkelkindern Leni und Henry.
Der Zahnarzt Wolfgang Biesel, Sohn von Rudolf, antwortete auf die Frage, was die fünf Brüder kennzeichnet: „Mit Fug und Recht kann man sie als ,Stehaufmännchen’ bezeichnen. Sie lagen nämlich alle schon mit schweren Erkrankungen in Kliniken, wurden jedoch wieder gesund.“