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Tür des Schwimmbades der Lebacher Förderschulen weiterhin zu
Die Tür bleibt weiterhin geschlossen

Abtauchen ist keine Option. Die Hoffnung, bald wieder im Schwimmbad der Förderschulen zu schwimmen, bleibt.
Abtauchen ist keine Option. Die Hoffnung, bald wieder im Schwimmbad der Förderschulen zu schwimmen, bleibt. FOTO: dpa / Fredrik von Erichsen
Lebach. Noch immer liegen die Defizite und Kosten des Lehrschwimmbeckens der Förderschulen in Lebach nicht vor. Von Astrid Dörr

Seit 2015 beschäftigt das Lehrschwimmbecken der Förderschulen in Lebach die Nutzer und auch das Ministerium. Das Lehrschwimmbecken wurde 1985 im Schulareal Lebach für die beiden landeseigenen Förderschulen (Ruth-Schaumann-Schule für Gehörlose und Schwerhörige) und Louis-Braille-Schule für Blinde und Sehbehinderte) errichtet. In dem Gebäude befinden sich außerdem eine Sporthalle, ein Gymnastikraum, eine Kletterhalle und eben das Schwimmbad.


Mittlerweile hinterlässt das Alter des Schwimmbades seine Spuren und so kamen immer mal wieder Mängel, die eine Schließung des Beckens im Dezember 2016 laut Ministerium „unumgänglich“ machten. In einem Brief an Friedel Scherer, erster Vorsitzender des Kneippvereins Lebach, heißt es: „Das Schwimmbad ist aufgrund von Sanierungsmaßnahmen im Trinkwasserbereich, die durch die saarländische Hochbaubehörde durchgeführt wurden,  für den Schwimmbetrieb geschlossen.“

 Erinnern wir uns: Im vergangenen Jahr, in dem das Bad komplett geschlossen war und seither immer noch, hat sich Friedel Scherer, der mit dem Kneippverein das Becken nutzt, erneut mit einem Brief im November an den Kultusminister gewandt. Kurz vor Weihnachten gab es zwar kein Geschenk, aber eine Antwort. In dem Brief, der der Redaktion vorliegt, heißt es, „dass Minister Ulrich Commerçon die Schilderungen und die Besorgnis zur Situation des Lehrschwimmbades Lebach mit Interesse zur Kenntnis genommen habe.“

Bei der Reinigung in den Sommerferien, das heißt vor der geplanten Wiederinbetriebnahme im Sommer 2017, zeigte sich jedoch, dass das Becken undicht war. Nach der Reparatur durch eine Fachfirma traten beim Wiederbefüllen des Beckens erneut Undichtigkeiten im Bereich der Rohrleitungen im Technikkeller auf,  so dass auch der zweite Versuch der Wiederinbetriebnahme scheiterte. Beim dritten Versuch der Inbetriebnahme war die Ozonanlage defekt. Dazu schreibt das Ministerium: Zwar konnte diese von der Fachfirma provisorisch repariert werden, wie lange diese Anlage weiterhin funktionieren würde, blieb ungewiss, da es keine Ersatzteile mehr gibt. Kurz danach fiel die Chloranlage aus. Da das Becken mittlerweile mit Wasser gefüllt war, um weitere Schäden zu vermeiden, wurde die Anlage in Betrieb gehalten. Danach kam es erneut zu einem Zwischenfall: Die Ozonanlage gab Ende Oktober ihren Geist auf und ist irreparabel.

 Nach Überprüfung aller Punkte kam man zu dem Entschluss, dass eine Wiederinbetriebnahme des Schwimmbades ohne Erneuerung der kompletten Anlagentechnik nicht möglich ist. Um alle Defizite zu benennen und die Kosten einer kompletten Erneuerung der Schwimmbad- und Lüftungstechnik beziffern zu können, sei bereits von der saarländischen Hochbaubehörde eine für Schwimmbadtechnik spezialisierte Firma beauftragt, heißt es weiter.



Ende Dezember hieß es, die Landesregierung prüfe mit Hochdruck die Möglichkeiten der Sanierung und Erhaltung des Schwimmbades. Auf Nachfrage der SZ beim Bildungsministerium wurden wir an das Ministerium für Inneres, Bauen und Sport verwiesen. Dort hieß es auf Anfrage, die Firma sei dabei, die Kosten zu ermitteln. Über ein genaues Datum, bis wann das Ergebnis vorliege, konnte keine Aussage gemacht werden. Das könne, vermutet die Pressesprecherin des Ministeriums, Katrin Thomas, noch einige Zeit dauern.