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Nach Brand
Lebacher Tafel eröffnet Notbetrieb

 Staatssekretär Stephan Kolling (Mitte) begutachtet eine Zwischenwand, die zu jenen Räumen der Lebacher Tafel gezogen wurde, die derzeit noch saniert werden.
Staatssekretär Stephan Kolling (Mitte) begutachtet eine Zwischenwand, die zu jenen Räumen der Lebacher Tafel gezogen wurde, die derzeit noch saniert werden. FOTO: Foto: Ministerium/Carolin Merkel
Lebach. Nach verheerendem Brand sind Büro und Lager der Lebacher Tafel noch nicht nutzbar. Von Astrid Dörr

Not macht erfinderisch. Davon können die Verantwortlichen und Helfer der Lebacher Tafel ein Liedchen singen. Denn mit einer „Notdienstlösung“, wie es Hermann-Josef Niehren, Geschäftsführer der Lebacher Tafel, nennt, öffnet die Tafel fünf Wochen nach dem Brand (wir berichteten) wieder ihre Pforten. „Die Ausgaberäume wurden saniert, gestrichen und geputzt. Das war mehr Arbeit als ursprünglich gedacht“, sagt Niehren. Die Kosten in Höhe von 20 000 Euro übernehme die Versicherung. Und auch die Möbel, die nicht mehr zu gebrauchen sind, werden von der Versicherung bezahlt. „Da warten wir aber noch drauf“. Deshalb steht der PC, der vor zwei Tagen geliefert wurde, noch auf einem provisorischen Tisch aus Plastikboxen.


Das größte Problem stelle allerdings das Kühlfahrzeug dar, sagt Niehren. „Ersetzt bekommen wir den Zeitwert, im Moment liegt uns ein Angebot für ein neues Fahrzeug vor, in Höhe von 50 000 Euro. Wie wir das finanzieren, wissen wir noch nicht“, ist Niehren erstmal ratlos. Diese Sorge, zumindest teilweise, konnte ihm Stephan Kolling, Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, nehmen. Kolling hatte einen Scheck im Gepäck: 15 000 Euro für das Auto. Niehren war sprachlos, bedankte sich herzlich und war sichtlich gerührt.

Gute Nachrichten hatte auch Lebachs Bürgermeister Klauspeter Brill im Gepäck: „Der Lionsclub Lebach spendet 2000 Euro, und es könnten noch mehr werden.“ Eventuell käme der Erlös des Golfturniers auch noch dazu. Auf dem Spendenkonto ist auch schon ein größerer Betrag eingegangen.



Die guten Nachrichten gingen weiter: Denn auch der Schmelzer Bürgermeister Armin Emanuel machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. Er sicherte finanzielle Hilfe zu, die er aus dem Bürgerfonds der Gemeinde bereitstellen könne. Gemeindereferentin Karin Strempel von der Pfarreiengemeinschaft Heusweiler kündigte ebenfalls Spenden an, die sie in absehbarer Zeit übermitteln werde.

In welchem Zeitplan die Lagerräume und das Büro wieder zur Verfügung stehen, wagte niemand zu beantworten. Das komme darauf an, wie schnell die Fenster und Türen geliefert würden, lässt Niehren den Zeitpunkt offen. Derzeit wird in den Räumen neben der jetzigen Ausgabe alles abgestrahlt. Da aber die Zwischenwand abgerissen werden musste, wo sich auch die Anschlüsse für Wasser und Elektro befanden, kann noch einige Zeit verstreichen.

Der Hauseigentümer Willi Werner stellte die obere Wohnung zur Verfügung, die derzeit nicht vermietet ist. Dort können Sachen, die trocken gelagert werden, abgestellt werden. Und die Toilette, die unten ebenfalls verbrannt ist, steht den Mitarbeitern in der ersten Etage zur Verfügung.

Anna Schmidt, die vor zehn Jahren die Lebacher Tafel gegründet hat, sagt: „Es wäre schön, wenn wir am 9. April, wenn wir unser zehnjähriges Jubiläum feiern wollten, gleichzeitig auch die Wiedereröffnung feiern könnten.“ Das sei allerdings sehr optimistisch gedacht.

Spenden können an den Caritasverband Saar-Hochwald e.V. (IBAN DE58 59 35 01 10 00 00 07 83 29, Verwendungszweck: „Brand Tafel Lebach“) gerichtet werden. Bei Angabe von Name und Adresse erhalten Spender eine Spendenbescheinigung.